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Spitzenleistungen sind nicht genug


Ein Interview mit Anthony Robbins
von Craig Hamilton
 

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Einleitung



Anthony
Robbins
Ich kann mich glasklar daran erinnern. Es war im Sommer 1996 in Kalifornien, in Marin County war der Himmel – wie fast immer – blau, und von der Bucht von San Franzisko wehte ein warmer Wind herüber. Ich arbeitete seit zwölf Monaten als Verkaufsmanager einer Firma, die für die milliardenschwere Softwareindustrie in der Bay Area im Screen-Print-Verfahren bedruckte Sportkleidung herstellte, und am Ende einer außergewöhnlichen Verkaufswoche eines unglaublich guten Verkaufsmonats hatte ich meinen bisher erfolgreichsten Verkaufstag. „Ich kann nichts falsch machen!“ dachte ich, als ich die letzten Schreibarbeiten erledigt hatte und das Büro verließ, um ins Wochenende zu gehen. „Was kommt wohl als Nächstes?“

Im Laufe meiner kurzen Tätigkeit bei der Firma hatte ich die Verkaufsumsätze mehr als verdoppelt und mit einer beinahe unheimlichen Glückssträhne soeben drei meiner größten Verkäufe getätigt. In den vergangenen vier Stunden waren ein halbes Dutzend Kundenanrufe mit umfangreichen Nachbestellungen hereingekommen. Als ich die Bürotür zuschloss und zum Parkplatz ging, konnte ich kaum an mich halten. Das Telefon schien so etwas wie eine goldene Pipeline zu sein, aus der mir ununterbrochen Geschäfte zuflossen – ich war zu einem Midas geworden, unter dessen Händen alles möglich wurde. Die Sonne und die Brise vom Meer steigerten meine Hochstimmung noch, und als ich in meinen neu gekauften Saab stieg und eine CD einlegte, wallte eine eigenartige, unwiderstehliche Ekstase in mir auf. Plötzlich schien alles so leicht. All die Monate hatte ich gegen meinen eigenen Widerstand angekämpft, meine Versagensängste (und Erfolgsängste) offen herausgefordert, immer und immer wieder mein Vorgehen hinterfragt, und jeweils noch eine Extra-Anstrengung unternommen, um sicherzugehen, dass ich auch hundertprozentigen Einsatz brachte – all das vereinigte sich jetzt mit einem Crescendo von Positivität und der Zuversicht, dass alles möglich ist, zu einem unerschütterlichen Vertrauen. Auf dem Weg nach Hause hatte ich fast das Gefühl einer spirituellen Erfahrung. Ich konnte nicht aufhören zu lächeln und musste manchmal auch lachen, als immer wieder Wellen exstatischer Gefühle der Unbesiegbarkeit und Freiheit von allen Begrenzungen über mich schwappten.

Doch bei all der Dynamik und dem wirklich strahlenden Ja zum Leben war da doch etwas an meiner ekstatischen Träumerei im Auto, das mich zögern ließ. Zu jener Zeit hatte ich schon vier Jahre lang in einer ernsthaften spirituellen Gemeinschaft gelebt – unter der Leitung eines kraftvollen Lehrers für Erleuchtung – und immer wieder Erfahrungen von Ekstase, Freude und Befreiung gehabt. Doch etwas Derartiges hatte ich noch nie erlebt – etwas, das auch nur annähernd so viel Kraft hatte, und so ... ja, so erfüllt von mir war. Damals hatte ich – ich weiß nicht genau warum – so ein vages Gefühl, dass die Freiheit und die Kraft, die sich mir in diesen fantastischen Aussichten momentan auftaten, nicht das waren, wonach ich suchte. Ich trat – metaphorisch gesprochen – auf die Bremse, und obgleich ich bis dato nicht völlig verstand, was an diesem Tag geschehen war und mich seitdem fragte, was diese Kraft und diese Erregung wohl gewesen sein mochten, fasste ich damals, als ich von der Schnellstraße abbog und die letzten Kilometer auf mit Bäumen bestandenen Straßen nach Hause fuhr, den Entschluss, das alles hinter mir zu lassen.

Machen wir einen Zeitsprung: Herbst 1998, in den Berkshire-Hügeln in Massachusetts. Bei der Vorbereitung der derzeitigen Ausgabe von What is Enlightenment? studierten wir die Werke der größten Selbst-Meister der Gegenwart und stellten uns die Frage, was ihre Lehren wohl mit Erleuchtung zu tun hätten – und ob sie überhaupt etwas damit zu tun hätten. An den letzten Abenden dieser Vorbereitungsphase lasen wir die Bücher des populärsten Motivationsredners der Welt, Anthony Robbins, und diskutierten über ihren Inhalt. An einem Abend hörten wir uns seine Kassette Awaken the Giant Within [Den inneren Giganten erwecken] an. Mit großer Leidenschaft spricht er darauf über die Befreiung und das Hochgefühl, die er erlebte, als er sein Leben von Versagen zu unglaublichem Erfolg transformierte, und fordert jeden von uns eindringlich auf, Führer des eigenen Schicksal zu werden, indem wir die Zügel der unaufhaltsamen Macht der Entscheidung durch „massives Handeln“ selbst in die Hand nehmen. Plötzlich, wie in einem Déjà-vu, einer plötzlichen Erinnerung, wird es mir schlagartig klar: Das ist es, was ich in Kalifornien erlebt hatte! Das muss es gewesen sein, worum es dabei geht! Was er beschreibt muss die Freiheit sein, das Empfinden des Möglichen und der gewaltigen Kraft, das ich an diesem Tag im Auto erlebt hatte. Ich erinnerte mich daran, dass ich diese damalige Erfahrung als meinem Erleuchtungsweg nicht entsprechend zurückgewiesen hatte. Jetzt frage ich mich, ob ich diese Erfahrung im Zusammenhang mit unseren Untersuchungen über die Beziehung von Selbstmeisterung und Erleuchtung immer noch einfach so abtun würde. Bevor wir unsere Nachforschungen für diese Ausgabe von What is Enlightenment? begannen, dachte ich beim Hören von Anthony Robbins’ Namen an den „Du-kannst“-Typen mit dem Eine-Million-Dollar-Lächeln, den seine Werbeeinblendungen im TV-Spätprogramm zu einem international erfolgreichen Motivationsredner hochkatapultiert hatten. Wenn Robbins so etwas wie ein Markenartikel ist, dann ist – zugegebenermaßen – sein am Swimmingpool aufgenommener Video-Chat mit dem früheren Footballprofi Fran Tarkenton, in dem sie über das Potenzial sprechen, das wir alle haben, jeden Aspekt unseres Lebens zu meistern, ganz sicher ein Ausdruck dessen. Als Folge dieser „Infomercials“ [Mischung aus Information und Werbung] ist Robbins in der einmaligen Position, weltweit mehr Hörkassetten verkauft zu haben als Michael Jackson – über dreißig Millionen bis heute. Doch Anthony Robbins ist, wie ich bald herausfinden sollte, weit mehr als ein charismatischer Redner, der sich gut vermarktet. Durch seinen inspirierten Appell, in allen Lebensbereichen Außergewöhnliches vorzuweisen, übte er auf führende Persönlichkeiten auf den verschiedensten Gebieten tief- greifenden Einfluss aus – im Leistungssport, in der Kunst und im Geschäftsleben sowie auch in der Erziehung und im sozialen Bereich.

Robbins’ Klientel liest sich wie ein wahrer Who’s Who der Bestleistungen. Er war der persönliche „Spitzenleistungscoach“ für den Präsidenten der USA, für die Fortune 500 CEOs [die 500 wirtschaftlich einflussreichsten Menschen der Welt], für Profi-Sportmannschaften, Weltklassemusiker und Spitzensportler der ganzen Welt. Seine angesehene Zuhörerschaft rangiert vom britischen Parlament bis zur Havard Business School, und die Internationale Handelskammer ehrte ihn kürzlich als einen der zehn „herausragendsten Menschen der Welt“. Er ist Inhaber von neun Firmen und Leiter einer nationalen Stiftung, die gesponserte Projekte zur Unterstützung von Obdachlosen, Jugendlichen in Stadtzentren, Strafgefangenen und alten Menschen organisiert und finanziert. Seine beiden Bücher Unlimited Power und Awaken the Giant Within haben sich insgesamt über drei Millionen Mal verkauft und seine Seminare, welche jetzt weltweit durchgeführt werden – mit Titeln wie „Das Powerprinzip“, „Grenzenlose Energie“, „Das Prinzip des geistigen Erfolgs“ – erreichen Tausende von Menschen und haben Hunderttausende dazu veranlasst, barfüßig über glühende Kohlen zu laufen. Wenn Anthony Robbins über die Meisterung des Selbst spricht, dann hört ihm, so scheint es, die Welt zu.

Bei der Vorbereitung dieser Ausgabe unserer Zeitschrift sind wir die Arbeiten von vielen der führenden Autoritäten der Selbst-Meisterung durchgegangen, doch nur wenige weckten unser Interesse in dem Maße wie Anthony Robbins. Es gibt heutzutage nur wenige Menschen, die so viel Erfahrung haben, anderen Menschen dabei zu helfen über ihre eigenen – selbst gesetzten – Begrenzungen hinauszugehen und nach ihrem höchsten Potenzial zu streben, wie Robbins. Wer ist dieses Phänomen von einem Menschen, so fragten wir uns, der, obwohl er nur eine Highschool besuchte, bereits mit zweiundzwanzig Jahren seine erste Dollar-Million verdiente und sich jetzt, im Alter von achtunddreißig Jahren, die Anerkennung und das Interesse von vielen der erfolgreichsten und einflussreichsten Menschen der heutigen Zeit erworben hat? Woher kommen seine überwältigende Positivität, sein Vertrauen und sein fast schon religiöser Eifer? Und was haben ihn all die Jahre der Weiterentwicklung des menschlichen Potenzials über die Meisterung des Selbst gelehrt? Und über Erleuchtung?

Robbins’ Lebenslauf ist eine typische Vom-Tellerwäscher-zum-Millionär-Geschichte, die jeden Vollblutamerikaner wie beim Anblick der Nationalflagge dazu bringt, die Hymne anzustimmen. Er wuchs in einer billigen Wohngegend in einem Vorort von Los Angeles auf und wurde schon mit siebzehn aus seinem Elternhaus weggeschickt, weil er „zu wild“ war. Doch schnell fand er seine erste Berufung: Verkaufen. Diese Laufbahn, gepaart mit einem Riesenhunger auf Bücher über persönliches Wachstum (über siebenhundert las er davon innerhalb weniger Jahre), brachte ihn bald ins Seminargeschäft, wo er zunächst für einen bekannten Motivationsredner die Eintrittskarten verkaufte. Obgleich ihn seine bemerkenswerte Fähigkeit, bei so gut wie jedem eine Eintrittskarte an den Mann – respektive an die Frau – zu bringen (er brach damit in den ersten Monaten alle Verkaufsrekorde), sehr bald aus seiner Vierzig-Quadratmeter-Wohnung in eine Einkommensklasse katapultierte, die jenseits von allem lag, was er sich erträumt hatte, zeigte sich seine wahre Bestimmung jedoch erst, als er mit seinen eigenen Seminaren anfing.

Es war Anfang 1983, als Robbins erstmals mit NLP (Neuro-Linguistisches Programmieren), einer radikalen und relativ neuen therapeutischen Technik, in Berührung kam, welche durch eine direkte Veränderung unbewusster „Programme“ eine sofortige Transformation verspricht. Nach einer nur kurzen Einführung in die Prinzipien des NLP verbreitete Robbins die Technik über die Radio- und Fernsehstationen in ganz Kanada und schließlich auch in den Vereinigten Staaten. Für die Wunder seiner neuen „Technologie der Veränderung“ rührte er die Werbetrommel. Er war sich seiner Fähigkeit, Veränderungen zu bewirken, so sicher, dass er dann öffentlich Psychiater ansprach (viele von ihnen reagierten auf seine Behauptungen mit Skepsis und sogar Empörung) und sie um eine Gelegenheit bat, mit ihren härtesten Fällen live vor Publikum zu arbeiten. Als er die Schlangenphobie einer Frau innerhalb einer Viertelstunde kuriert – eine Phobie, die ihr Psychiater schon sieben Jahre lang behandelte, schreibt er: „Ich bin wie ein Berserker durchs Land gestürmt und habe demonstriert, wie schnell sich Veränderungen ereignen können.“ Er bot sogar therapeutische Einzelsitzungen an, zuerst für $500, dann für $1000, und schließlich für $5000 pro Stunde („Transformation in garantiert einer Sitzung“) und verkündete: „Wenn Sie Ihren Therapeuten öfter als zwei Mal aufsuchen, dann hat er keine Integrität.“ Das Interesse an seinen Seminaren wuchs, und nach einem großen finanziellen Auf-und-Ab, das über mehrere Jahre ging, und nach zahlreichen Partnerschaften ist der Rest jetzt – wie man so schön sagt – Schnee von gestern.

Als Lehrer der Selbst-Meisterung ist Anthony Robbins eine bedeutende Größe, die man nicht außen vor lassen kann. Er ist ein begabter Redner – unterhaltend, lehrreich, inspirierend und herausfordernd zugleich. Der Kern seiner Botschaft ist, einfach ausgedrückt: Wir alle haben die Fähigkeit, durch eine direkte Veränderung unbewusster „Programme“ tief greifende Transformationen in unserem Leben zu bewirken, wenn wir dazu bereit sind, klare Entscheidungen zu treffen und ihnen einschneidende Taten folgen lassen. Er schreibt: „Ich glaube, dass das Leben ständig unser Engagement prüft und dass die größten Belohnungen des Lebens für jene bestimmt sind, die eine unablässige Bereitschaft zu aktivem „Handeln bis zum Erfolg“ zeigen. Das mag simpel klingen, dennoch bleibt es das einfachste Unterscheidungsmerkmal zwischen denjenigen, die ihre Träume leben, und denen, die von ihrem Leben mit leisem Bedauern träumen.“ Unter Verweis auf seine eigene Lebensgeschichte als einem Beispiel eines Engagements für Veränderungen wie er es lehrt, fordert er andere direkt und ganz unverblümt auf, nach ihrem höchsten Potenzial zu streben, und ganz offensichtlich ist seine Leidenschaft für ein Leben auf der höchsten Höhe des Möglichen für seine ansteckende Positivität verantwortlich.

Als wir Anthony Robbins um ein Interview baten, waren wir nicht so sicher, was uns erwarten würde. Wir hatten keine Zweifel, dass er – wie wohl kein anderer auf der Welt – in der Lage sein würde, mit Leidenschaft und Beredsamkeit über die Meisterschaft des Selbst zu sprechen, wir hatten jedoch keine Vorstellung davon, was er wohl zum Thema Erleuchtung sagen würde. Wir dachten, dass ein Mensch, der so viel Zeit und Energie eingesetzt hatte, um andere zu ermutigen und sie herauszufordern, aus ihren begrenzenden Vorstellungen auszubrechen und nach dem Höchsten zu greifen, zu irgendeiner Form von Einschätzung hinsichtlich der spirituellen Dimensionen des Lebens gelangt sein müsste. Doch die Frage blieb: Wie tief hat er – auf der Basis seiner Ausrichtung auf materiellen Erfolg – über das ultimative Ziel der spirituellen Suche nachgedacht, über den letzten Sprung, mit dem man alle Vorstellungen hinter sich lässt? Was hätte jemand, der den größten Teil seines Lebens damit verbracht hat, anderen dabei zu helfen, das zu bekommen, was sie sich wünschen, wohl über das Ende allen Wünschens zu sagen? Und was hätte ein Mensch, dessen erklärtes Ziel es ist, anderen Menschen dabei zu helfen, ihr Leben in den Griff zu bekommen, zu Hingabe zu sagen, zur völligen Aufgabe jeglicher Kontrolle? Das würde – so dachten wir – ganz sicher eine faszinierende Diskussion werden.

Ich rief Anthony Robbins in seinem Büro in La Jolla in Kalifornien an. Obwohl er gerade von einem einwöchigen Treffen seiner „Mastery University“ auf Hawaii zurückgekehrt war, den ganzen Tag ununterbrochen mit Besprechungen verbracht hatte und mitten in den Vorbereitungen für ein weiteres Seminar war, welches am nächsten Morgen beginnen sollte, war er voller Enthusiasmus und bot zu meiner Überraschung an, das Gespräch nicht auf eine Stunde zu begrenzen, sondern uns so viel Zeit wie nötig zu geben. Schon beim ersten Wort hatte ich das Gefühl, mit ihm auf einer fahrenden Lokomotive zu sitzen; mit solcher Leidenschaft antwortete er aus vollem Herzen auf jede meiner Fragen. Und in den nächsten zwei Stunden erlebte ich die Intensität eines Vulkans, denn Anthony Robbins brachte sich, entsprechend seiner Lehre, ganz und auf generöse Weise in die Diskussion ein, und ich hatte manchmal Mühe, meine Fragen vorzubringen.

Seine Gedanken hinsichtlich der Meisterung des Selbst waren – wie zu erwarten – voller Kraft, direkt und lebendig, und seine Einsichten kamen aus der eigenen Erfahrung. Es wurde deutlich, dass Robbins weiß, wovon er spricht, wenn es darum geht, das eigene Leben in Angriff zu nehmen. In seinen Antworten kam aber ebenso sehr zum Ausdruck, dass er auch zutiefst über Spiritualität nachgedacht hatte und, wie in den meisten Lebensbereichen, auch hier zu überzeugenden Schlussfolgerungen gelangt war. Was im Verlauf unserer Untersuchung der Beziehung zwischen Selbst-Meisterung und Erleuchtung ebenso interessant war wie der Inhalt des Interviews selbst, war die Aufdeckung der unbekannten und potenziell begrenzenden, vorgefassten Meinungen der beiden Gesprächspartner von einander. Ich rechnete damit, dass sich das, was Anthony Robbins zu mir sagte, von dem unterscheiden würde, was er zu Frank Tarkenton gesagt hatte, aber ich hätte niemals erwartet, diesen berühmten Infomercial-Mann so leidenschaftlich über die spirituelle Dimension des Lebens sprechen zu hören, über den umfassenderen Kontext, in welchem die Suche nach persönlichem Einfluss und Meisterschaft stattfinden muss. Und während Robbins deutlich mehr Respekt für die Suche nach Erleuchtung hatte als ich vermutet hätte, fragte ich mich bei seiner beinahe kategorischen Ablehnung einer zielgerichteten spirituellen Praxis und seiner unverhüllten Skepsis gegenüber den hochfliegenden Zielen der Erleuchtungslehren, ob er nicht in seinem Versuch, das ganze Leben als spirituell anzusehen, nicht einige wichtige Unterschiede, die da bestehen, verwischte.

Wie Robbins selbst zugibt, ist Spiritualität – und speziell Erleuchtung – ein Thema, welches er nicht lehrt und dem er sich auch nicht in einer direkten, regelmäßigen, kontemplativen Praxis nähert. Was mich daher ebenso überraschte wie die Stärke seiner Argumente zu diesem Thema, war die humanitäre Tiefgründigkeit, die immer wieder, wenn er sprach, zum Ausdruck kam. Im Verlauf des Interviews offenbarte Robbins nicht nur eine ungewöhnliche Wärme und authentische Fürsorge für das Wohlergehen und die Weiterentwicklung anderer, sondern auch eine seltene Offenheit beim Infragestellen seiner eigenen Ideen und eine tiefe Verehrung für einen Gott, welcher über ihn hinausgeht. Mein Gespräch mit Anthony Robbins wurde dadurch zu einer faszinierenden Begegnung. Es enthüllte eine wenig bekannte Seite dieses kraftvollen Meisters des Selbst in unserer heutigen Zeit. Dabei kamen einige der wichtigsten Fragen zur Sprache, die sich jenen stellen, die in den verschiedensten Lebensbereichen über ihre Grenzen gehen möchten.

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