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Es war schon ein eigenartiges Vergnügen für mich, als ich mit dem jüngsten Mitglied unseres Redaktionsteams–mit Maura O'Connor, einer blitzgescheiten irischamerikanischen jungen Frau von 22 Jahren–bei den Recherchen für ihr Feature über das Kabbalah Centre und beim Schreiben ihres Artikels eng zusammenarbeitete: Nach einigen Monaten intensiven Studiums verbrachte sie nun geduldig viele Stunden damit, mir, einem 49jährigen jüdischen Mann, die erstaunliche Geschichte und Kosmologie der Kabbala, der mystischen oder "geheimen“ Lehre des Judentums, nahe zu bringen. Als in New York aufgewachsener, weltlich orientierter Jude konnte ich über die erheiternde Ironie dieser Situation nur staunen. Da bringt mir doch eine junge Nichtjüdin, und ausgerechnet auch noch ein Mädchen, etwas über eine Lehre bei, die von der Tradition her jüdischen Männern jenseits von vierzig vorbehalten ist! Auch mit einem anderen unserer Jungjournalisten arbeitete ich sehr intensiv zusammen. Ross Robertson, der das Feature über die Verfilmung von Die Prophezeiungen von Celestine verfasst hat, ist 29 Jahre alt und hat erst vor kurzem sein schriftstellerisches Studium an der Naropa-Universität abgeschlossen. Ross durfte drei Tage lang die Dreharbeiten am Filmset in Florida begleiten, wo er von James Redfield und seiner Filmcrew sehr herzlich aufgenommen wurde. Nach dieser Reise verbrachten wir beide viel Zeit damit, seine Recherchen über die faszinierende Geschichte nichttraditioneller New Age-Spiritualität zu diskutieren. Maura wie auch Ross sind jung und unerfahren, deshalb war mir klar, dass ich eine gewisse Menge Zeit darauf verwenden musste, sie bei der enormen Herausforderung zu unterstützen, einen Hauptartikel zu schreiben, der nicht nur relevante Informationen vermitteln, sondern auch eine tiefere Perspektive eröffnen sollte, die den Leser dazu ermuntern würde, in neuen Bahnen zu denken. Wie zu erwarten, stießen meine jungen Kollegen beide sehr schnell auf eine innere Mauer, als es darum ging, ihren Texten mehr Tiefe zu verleihen und dabei über ihre bisherigen Leistungen hinaus zu gehen. Besonders interessant und unglaublich ironisch war dabei, dass sie, als sie sich mit dem Mangel an Tiefe in der westlichen Kultur befassten und nach Anzeichen davon in der populären Spiritualität suchten, mit ihrer eigenen Oberflächlichkeit konfrontiert wurden. Wie es Ross so schön in seinem Artikel schreibt: "Wir hungern nach Tiefe, versuchen aber gleichzeitig ohne Unterlass, sie zu meiden“. Ja, wirklich, ich musste diese beiden jungen Menschen mit aller Kraft dazu bringen, tief genug in sich zu graben, um schließlich Zugang zu ein wenig wirklicher Authentizität zu finden. Um diese große kulturelle Herausforderung geht es meines Erachtens bei uns–unsere Herzen und Gedanken von dem zweidimensionalen, von Gleichmacherei geformten, oberflächlichen Bild einer Bedeutung des Menschseins zu befreien, in das wir nicht nur völlig eingebettet sind, sondern an dem wir auch noch zutiefst hängen. Mit dieser Zeitschrift versuchen wir, mit unseren eigenen bescheidenen Mitteln dazu beizutragen, unsere kollektive Krankheit zu durchschauen und eine Leidenschaft für Tiefe, Authentizität und Sinn zu entwickeln. Es gibt nämlich im Leben keine größere Befriedigung, als hinter diesen Schichten von Unwahrheit und Täuschung zusammenzukommen, dort, wo wir unseren Daseinszweck nicht länger suchen müssen, sondern wo er auf einmal der Boden ist, auf dem wir stehen.
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