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Einleitung
Als wir jedoch mit Bhante Henepola Gunaratana sprachen - "Bhanteji", wie ihn seine Schüler liebevoll nennen -, waren wir erleichtert. Bhante Gunaratana war im Alter von 12 Jahren in seinem Geburtsland Sri Lanka zum zölibatären buddhistischen Mönch geweiht worden und ist heute, im Alter von siebzig Jahren, ein bekannter buddhistischer Gelehrter, Autor und Oberhaupt der Bhavana Society, einem klösterlichen Retreat-Center im Shenandoah Valley in West Virginia. Nach Ansicht des Bhante hätte unser Interview mit dem Buddha keine wirklichen Überraschungen gebracht, denn dort, wo Spiritualität und Sexualität zur Diskussion stehen, haben sich die Dinge seit den Zeiten des Buddha nicht sehr verändert. In unserer Zeit gibt es vergleichsweise noch immer sehr wenige Mönche, noch immer sehr viele Menschen, die im Familienverband leben, und nach wie vor - und der Bhante ist der Meinung, daß es sie immer geben wird - doch eine beachtliche Zahl abenteuerlustiger Seelen, die davon überzeugt sind, daß Sexualität, und nicht Entsagung, sie zu den höchsten Höhen menschlichen Bewußtseins bringen kann. Und im Laufe seines Lebens gab der Buddha Lehren, Vorschriften und Gebote, die sich an die spirituellen Bedürfnisse von Menschen aller drei Kategorien richteten. Was waren also die Ansichten des Buddha zu Spiritualität und Sex? Bhante Gunaratana, der von Jugend an im Dharma (der spirituellen Lehre) verwurzelt ist, beantwortete alle unsere Fragen mit einer Überzeugung, die jeden Zweifel ausschloß, und mit einem sanften und ansteckenden Humor, der das Gespräch mit ihm zu einem reinen Vergnügen machte. Und zum Ende der für uns reservierten Stunde beschrieb er die Erfahrung seines eigenen Lebens im Zölibat - die Herausforderungen und die Belohnungen, die darin liegen - mit einer Milde und einem Enthusiasmus, die aus der Sicherheit erwachsen, daß es einem Leben von absoluter Entsagung an absolut nichts mangelt.
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