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FÜR DIEJENIGEN, DIE NOCH NIE VERSUCHT HABEN, AUF EINEM SURFBRETT zu stehen, ist es ein Rätsel, wie unermüdlich sich ein Surfer seinem Sport widmet. Wir könnten uns fragen, welcher Wert jenseits des persönlichen Vergnügens darin verborgen ist. Was treibt so viele Surfer dazu, im Austausch für das Versprechen eines ultimativen Kicks die konventionellen Vorstellungen von Erwachsensein einfach leichthin abzuschütteln? Und warum produziert dieses eine ehrgeizige Ziel so oft die Art sonnengebräunter Oberflächlichkeit, die sozusagen zum Archetyp des Surfers geworden ist und die in Dutzenden von Hollywoodfilmen parodiert wird? Kein Wunder, das es schwer fällt, zu glauben, dass das Surfen über die berühmt-berüchtigte Subkultur Hawaiis hinaus viel mit Spiritualität zu tun hat. Aber fragen Sie einmal die Surfer selbst, oder irgendeinen anderen der vielen Extremsportler, dann werden Sie wahrscheinlich etwas völlig anderes zu hören bekommen. Wenn Menschen auf neun Meter hohen Wellen reiten oder in der Wüste Marathons laufen, ohne Seile an überhängenden Felsen klettern oder aus Hubschraubern springen, um mit dem Snowboard von abgelegenen Gebirgsgipfeln hinunter zu fahren, behaupten sie danach tatsächlich oft, dass sie nichts Geringeres als die zeitlose transzendente Dimension des Lebens erfahren hätten. Und das wirft eine interessante Frage auf: Befriedigen Extremsportarten bloß die Sucht eines Junkies nach Adrenalin–wie viele von uns vielleicht denken–oder sind sie zu einer Art modernem Schmelztiegel für das Heilige geworden? Eine der Hypothesen stammt von dem französischen "Körperanthropologen“ David Le Breton, der glaubt, dass "ethische Grenzen, die in der Gegenwartsgesellschaft nicht mehr existieren, inzwischen von physischen Grenzen ersetzt werden.“ Über dieses Thema schreibt Le Breton: "In einer Gesellschaft, in der die zahlreichen Bezugspunkte widersprüchlich sind und die Werte sich in einer Krise befinden, versuchen die Menschen ihre Charakterstärke, ihren Mut und ihre persönlichen Möglichkeiten in einem radikalen, direkten Wettkampf zu erproben.“ Das Ergebnis davon sei, dass es heutzutage der Bereich extremer körperlicher Aktivität ist, in dem es häufig zu Erfahrungen des Heiligen kommt. Falls diese Theorie zutrifft, wird dadurch etwas unterstützt, das Big-Wave-Surfer schon seit über fünfzig Jahren sagen: dass sie die spirituelle Dimension des Lebens entdecken, wenn sie ihre Grenzen überschreiten, indem sie die Riesen der Meere besiegen–Wellen von unbeschreiblichem Ausmaß und eine unvorstellbare Brandung, die von der an normal bewohnten Küsten weit entfernt ist. "Genau genommen,“ erklärt der fünfunddreißig Jahre alte Big-Wave-Surfer Dave Kalama, "gehören die Augenblicke, in denen man über die Grenze dessen, was man für möglich hält, hinausgeht, zu den eindrucksvollsten des Lebens, weil man dabei zu der Erfahrung herausgefordert wird, was man im tiefsten Sinne ist ... Es macht etwas mit einem, wenn man auf einer neun Meter hohen Welle surft. Sie erfordert so viel Konzentration und Aufmerksamkeit, dass außer ihr nichts wichtig ist. Sie hat eine starke reinigende Wirkung, denn im Hinblick auf einen selbst existiert nichts Anderes.“ Die Geschichte des Big-Wave-Surfens ist voller Erzählungen von Menschen, die für solche Erfahrungen leben und sie in diesen "ungesurften Sphären“ suchen–einem Ort, wo der Tod wirkliche Macht hat und wo das Überleben die menschlichen Möglichkeiten neu definiert. Man denke nur an die Geschichte von Greg Noll. 1957 war Noll zwanzig Jahre alt und leistete Bahnbrechendes für das Leben eines Surfers an den Stränden von Hawaii. Im März jenes Jahres stand er an einem berüchtigten und gefährlichen Küstenabschnitt, der Waimea Bay an der Nordküste Oahus, und beobachtete die herankommenden Wellen. Keiner hatte es je riskiert, auf dieser wilden Gischt zu surfen. Noll erzählte dem Filmemacher Stacey Peralta für Riding Giants, einem Dokumentarfilm über das Surfen, folgendes: "Die Menschen glaubten wirklich, dass da dann ein Wasserstrudel entstehen und alle haoles* in die Tiefe spülen würde.“ Noll wurde begleitet von einer kleinen Gruppe Kameraden, die, wie er selbst, Surfer waren und verantwortlich für die Entstehung von etwas, das sich bald zu einer neuen amerikanischen Subkultur entwickeln sollte. Er ging in die Bucht und schaffte es, auf einer Welle zu reiten–damit war er der Erste, der das je getan hatte. Aber seine größte Tat sollte Noll viele Jahre später im Winter 1969 vollbringen. Er selbst beschreibt das als den wichtigsten Tag seines Lebens und diesen Ritt auf der Welle als einen, der ihm seinen Platz als Urvater des Big-Wave-Surfens sicherte. 1969 war das Jahr, in dem eine der größten Wellen des 20. Jahrhunderts an die hawaiianische Küste krachte. Sie war die Folge dreier schwerer Stürme, die über dem Pazifik aufeinander trafen. Als Hunderte von Menschen aus Angst vor den mächtigen Wellen, die an die Küste schlugen, ihre Häuser verließen, ging Noll, bewaffnet mit einem Surfbrett, am Makaha Beach an der Nordküste ins Wasser. Zwei Stunden verbrachte er nur damit, im Wasser zu sitzen und dieses irre Schauspiel in sich aufzunehmen: vier und fünf Stockwerke hohe Wasserwände, die sich eine nach der anderen vor ihm aufbauten und dann vor ihm zusammenstürzten. Schließlich paddelte er in ein riesiges, zehn Meter hohes Ungetüm hinein, surfte auf der Innenseite der Welle bis ganz nach unten, bevor er von seinem Brett springen musste, weil die Wassermassen um ihn herum zu explodieren schienen. Er hatte es geschafft, auf der größten Welle, auf der je ein Mensch geritten war, zu überleben–diesen Rekord sollte zwei Jahrzehnte lang niemand brechen. Danach zog sich Noll vollständig vom Surfen zurück. "Dieser Tag am Makaha Beach war, als wenn man über einen unheimlichen Rand in einen großen, schwarzen Abgrund schaut“, sagte er. "Danach gab's wirklich nicht mehr viel, was ich tun konnte.“
Fast dreißig Jahre später sollte der in Texas geborenen Surfer Ken Bradshaw eine ähnliche Erfahrung mit ihm teilen. Ken Bradshaw war bereits der Erste gewesen, der auf einer zwölf Meter hohen Welle surfte. Am 28. Januar 1998 übertraf er an einem äußeren Riff vor Oahu, das Outside Log Cabins genannt wird, alle vorherigen Big-Wave-Rekorde. Auf dem Höhepunkt eines El Nino-Sturmes, an einem Tag, der in Amerika heute "Biggest Wednesday“ (größter Mittwoch) genannt wird, ließ er sich von einem Wassermotorrad in eine Welle hineinziehen*, von der alle, die sie sahen, sagten, sie habe vom Wellental zum Wellenkamm 24 Meter gemessen. Er flog auf der inneren Seite der Welle mit der beinahe tödlichen Geschwindigkeit von 72 km pro Stunde hinab. "Die Götter haben es gut mit ihm gemeint“, sagte fassungslos ein Freund, der das Schauspiel vom Land aus beobachtet hatte. Kurz nach diesem Ritt, der zur Legende werden sollte, fiel Bradshaw jedoch in eine tiefe existenzielle Depression. Im Alter von 45 Jahren hatte er endgültig den Traum verwirklicht, der seinem Leben ein Ziel gegeben hatte. Was sollte er jetzt noch tun? Erst später, als er neue Grenzen entdeckte (in Form einer noch stärkeren Brandung), begann er wieder zu surfen. Drei Jahre nach diesem größten Mittwoch sollte Laird Hamilton, der Erfinder des Tow-in-Surfing und vielleicht der größte heute noch lebende Big-Wave-Surfer, sich gerade an einer solchen neuen Grenze wiederfinden. 2001 reiste Hamilton nach Tahiti, um auf einer einzigartigen Welle, die die Form eines Wirbelsturms hat, zu surfen. Diese Welle trägt den Namen Teahupoo (ausgesprochen "Titschopuh“), was auf Deutsch "zerbrochene Schädel“ bedeutet. Und die Naturelemente um Teahupoo herum scheinen tatsächlich fast überall auf den Tod hinzuweisen. Unmittelbar unter der Oberfläche des Meeres erstrecken sich vom Strand aus rasiermesserscharfe, seichte Riffe, die sodann auf dramatische Weise bis zu einer Tiefe von 90 Metern abfallen. Wenn eine herannahende Dünung diese Riffwand etwa 500 Meter vom Land entfernt trifft, erzeugt sie eine so mächtige, röhrenförmige Welle, dass man sie schon eine "monströse Laune der Hydrodynamik“ genannt hat. Der frühere professionelle Surfer Matt Warshaw bemerkt dazu: "Man kann in Teahupoo auf Wellen surfen, die etwas kleiner sind als ein Meter, und bei knapp zwei Metern haben sie immer noch eine vernünftige Form und ein vernünftiges Verhalten. Ab etwa 2,50 Metern jedoch wird Teahupoo exponentiell stärker, dicker, runder und bösartiger: Bei jedem Ritt muss man vertikal in die Welle hineingelangen; jede Welle verwandelt sich in eine Höhle mit dicken Wänden, deren Gewalt, wenn sie zusammenbricht, groß genug ist, um Schockwellen durch das stehende Wasser eines nahen Kanals zu senden.“ Nur vier Monate, bevor Hamilton an der Teahupoo-Welle ankam, war der einheimische Profisurfer Briece Taerea in ein Unterwasserriff geschleudert worden, während er auf einer 4,50 Meter hohen Welle surfte. Er brach sich den Nacken und den Rücken an drei Stellen, fiel ins Koma und starb nach zwei Tagen. Innerhalb von Sekunden nahm die Welle, in die Hamilton sich hineinziehen ließ, kolossale Ausmaße an. Ein Fotograf, der Zeuge der Szene war, konnte die monströs dicke 5,50 Meter hohe Wasserwand nur als "flüssiges Napalm“ beschreiben. Hamilton musste während seines Rittes die rechte Hand gegen die innere Oberfläche der Welle stemmen, nur um zu vermeiden, dass er durch die hydraulischen Kräfte nach oben gesogen wurde. Dann verschwand er in der hohlen, rotierenden Welle und die Wasserröhre begann sich zu schließen und stieß explosionsartig sprühende Gischt aus. Sekunden später tauchte er plötzlich wieder auf–lebend. Fotos von diesem Tag zeigen Hamilton, wie er danach in einem Boot sitzt und wegen der Gewaltigkeit dieser Erfahrung weint. Später würde er sagen: "Ich fühlte mich geehrt, weil ich mit etwas so Großartigem belohnt worden war.“ Drew Kampion schrieb in seinem Buch Waves: Form and Beauty on the Ocean (Wellen: Form und Schönheit auf dem Ozean), es sei kein Wunder, dass die faszinierendste Herausforderung des Surfens schon immer das Big-Wave-Surfen gewesen sei. ![]() "Und den Männern, die fähig waren, auf diesen großen Wellen zu reiten, wurde in der Gesellschaft anderer Surfer eine Art gottähnlicher Respekt entgegen gebracht.“ Obwohl die Eleganz der Meister das Surfen fast mühelos wirken lässt, ist es doch erstaunlich schwierig. Einfach nur bis zu der Stelle jenseits der Surfzone zu paddeln, wo die Surfer auf die sich nähernden Wellen warten, ist eine ermüdende Arbeit, die einen schnell Bescheidenheit lehrt. Damit man sich wirklich auf eine Welle schwingen kann, muss das Brett sich mit der gleichen Geschwindigkeit bewegen wie die hereinkommende Dünung und es müssen Spontaneität, Geschwindigkeit, Gleichgewicht und Durchhaltevermögen gleichzeitig vorhanden sein. Und das gilt schon für eine Welle, die nur 1,20 Meter hoch ist. Versuchen Sie, sich für einen Augenblick vorzustellen, wie es ist, einer 4,50 Meter hohen Welle im Weg zu sein. Im Wesentlichen handelt es sich um eine Energie, die in etwas steckt, das vielleicht 3 Meter höher ist als man selbst und sich mit einer Geschwindigkeit von 32 Stundenkilometern durch das Wasser bewegt. Wellen ab dieser Höhe gelten im Allgemeinen als groß–und auf einer solchen Welle zu surfen erfordert ein solches Ausmaß an Können und Erfahrung, dass man es kaum begreifen kann. Eigentlich kommen große Wellen ziemlich selten vor. 80 Prozent aller Meereswellen sind kleiner als 3,50 Meter und 45 Prozent sind kleiner als 1,20 Meter. Die größten Wellen, die, die über 10 Meter hoch sind, benötigen überall 1 bis 1,5 Kilometer offenen Ozeans, um sich zu ihrer vollen Größe zu entwickeln. Bis eine solche Anomalie auf einen Riffabbruch oder einen Küstenabhang trifft, ist sie zu einer von Windenergie genährten, mächtigen rollenden Masse geworden, die sich mit einer Geschwindigkeit von 30 bis 40 Knoten (55 - 75 km) pro Stunde durch das Wasser bewegt und Kräfte von ungefähr 3 Tonnen erzeugt (das ist ein Druck von knapp 3 kg pro Quadratzentimeter), bevor sie sich schließlich überschlägt und zusammenbricht. Der Autor Daniel Duane versucht zu erhellen, warum die Erfahrung eines Wellenritts so einzigartig ist, und schreibt in Caught Inside: A Surfer's Year on the California Coast (Im Inneren gefangen: Das Jahr eines Surfers an der kalifornischen Küste): "Ein Kletterer dringt nie ganz in den Berg ein, der Wanderer bleibt in einer visuellen Falle gefangen, aber der Surfer dringt körperlich ins Herz der Meeresenergie ein–und dabei handelt es sich in keiner Weise um Sentimentalität–, er steht nass in dem Element, aus dem das Meer wesentlich besteht, hineingetrieben in diesen kinetischen Wirbel. Selbst wenn man sich auf einem Fluss bewegt, tut man das auf einem Medium, das selbst durch die Schwerkraft bewegt wird, ebenso wie bei einem Segelboot oder auf Skiern. Bis jemand herausfindet, wie man auf Klang oder Licht reiten kann, wird das Surfen die einzige Möglichkeit bleiben, auf einer Energiewelle zu reiten.“ Für diejenigen, die sich ins Zentrum dieses kinetischen Wirbels einer großen Welle begeben, ist das Risiko unglaublich. Wenn Surfer von einem fallenden Wellenrand erwischt werden, können sie so tief und so schnell unter Wasser gedrückt werden, dass durch die Druckveränderung die Trommelfelle und die Lungenbläschen reißen. Abgerissene Gliedmaßen oder Knochenbrüche, die durch Kontakt mit dem Meeresboden oder durch die rasende Kraft des Wassers verursacht werden, sind so allgemein verbreitet, dass Laird Hamilton nach tausend Stichen aufhörte, diese zu zählen. Brüche der Mittelfußknochen entstellen seine beiden Füße, aber er behauptet, sie seien jetzt vielleicht "stärker als zuvor“. Ein weiterer Pionier des Big-Wave-Surfens, Derrik Doerner, der auch Hamilton mit dem Jet-Ski in die berüchtigte Welle bei Teahupoo gezogen hat, wurde unter Wasser einmal von einem Surfbrett getroffen. Kurz bevor er das Bewusstsein verlor, befühlte er seine Wange. "Ich konnte die Hand etwa 5 Zentimeter tief hineinstecken“, sagt er. "Das Nächste, was ich weiß, war, dass ich in einem Hubschrauber aufwachte. Mein Kiefer und ein Wangenknochen waren gebrochen. Es brauchte insgesamt 123 Stiche.“ Noch entsetzlicher ist die Erfahrung, die der aus Hawaii stammende Big-Wave-Surfer Titus Kinimaka 1989 einen Tag vor einem berühmten Surf-Wettbewerb in der Waimea Bay gemacht hat. Bei Sonnenaufgang paddelte er hinaus in die über 5 Meter hohe Dünung und verbrachte mehrere Stunden damit, zu surfen. Als er jedoch auf seiner letzten Welle ritt, brach der Wellenrand über ihm zusammen und sein rechtes Bein wurde vom Surfbrett wie von einem Beil getroffen. "Ich tauchte unter und wurde noch einmal herumgewirbelt“, sagt er, "und als ich endlich hoch kam, traf mich etwas an der Wange, neben dem rechten Ohr. Ich war irgendwie benommen und fragte mich ‚Was ist das bloß?' und ich griff danach und schaute es an und da bemerkte ich, dass es sich um meine Fußsohle handelte.“ Kinimakas Oberschenkel war vollständig durchgebrochen, aber seine erste Frage, als er die schlechte Nachricht hörte, war, ob er am folgenden Tag trotzdem am Wettbewerb teilnehmen könne. "Was hab' ich mir da bloß gedacht?“, sinniert er während eines Interviews ein Jahr später. "Ich war besessen.“ Und tatsächlich, nachdem eine Stahlstange durch seine rechte Hüfte eingeführt worden war und er sich vier Monate lang im Bett liegend mit seiner Genesung beschäftigt hatte, war das erste, was Kinimaka danach tat, auf 3 Meter hohen Wellen in der Hanalei Bay zu surfen. Wodurch werden die Big-Wave-Surfer nur motiviert, ein so großes Risiko einzugehen? Im Hinblick auf seinen Ritt bei Makaha im Jahr 1969 schreibt Greg Noll: "Einige meiner Freunde sagen, es sei eine Todeswunsch-Welle gewesen. Damals glaubte ich das nicht, aber im Rückblick erkenne ich, dass es vielleicht an der Grenze dazu war.“ Tatsächlich scheint es genau diese Grenze zwischen Leben und Tod zu sein, die die Surfer so faszinierend finden. Das ist–in den Worten des Bergsteigers Lionel Terray–vielleicht deshalb so, weil "wir das Leben nur dann ganz in unseren Armen halten können, nachdem wir lange auf dem schmalen Pfad an der Grenze des Todes gegangen sind.“ Dave Kalama sagt, dass das Surfen auf großen Wellen "sowohl zu den furchterregendsten als auch zu den besten Erfahrungen des Lebens gehören kann, alles innerhalb von Sekunden. Und glücklicherweise–oder auch unglücklicherweise–gehört dieses Gefühl zu den Dingen im Leben, die am meisten süchtig machen–so wie Luft oder Wasser. Um bei Verstand zu bleiben, muss man auf Wellen reiten und einige davon müssen groß sein ... Je näher man der völligen Vernichtung kommt, um so wirklicher wird alles.“ Derrik Doerner berichtet über seine Erfahrung im Wasser: "Für mich ist es Meditation. Wenn ich zurück an Land komme, stoße ich mir die Zehen an und stolpere. Da draußen hingegen ist es einfach ... perfekt. Alle Elemente kommen zusammen und es gibt keine Angst.“ Und der berühmte Mark Cunningham, der auf dem Brett liegend surft, erklärt: "Es geht nicht nur um das Surfen auf den Wellen, es geht darum, durch sie hindurch zu schwimmen, unter ihnen hindurch zu tauchen, die Augen unter Wasser zu öffnen und zu beobachten, wie dieses Ding direkt vor einem einschlägt. Und genau da schneidet man wie ein Messer hindurch, zwischen dem Grund und der Stelle, wo diese Wildwasserfinger nach einem zu greifen versuchen. Einfach dieser ganze Tanz da draußen. Man ist wie ein Stück des Meeres. Ich meine, aus was besteht der menschliche Körper? Aus Wasser. Der physikalische Zustand der Körperflüssigkeiten und der des Meeres sind sehr ähnlich. Und nun haben sich beide gefunden.“ Ken Bradshaw erinnerte sich an seine eigene mythische 24-Meter-Welle und dabei erzählte er einem Interviewer: "Ich glaube, es ist eine Sucht. Ich habe keine Vorstellung davon, aber es muss so sein, als wenn man auf Drogen ist. Denn wenn du es nicht machst, quält es dich und frisst dich auf. Wenn es dann passiert ... Ich denke, es ist, als wenn man auf das Leben an sich schaut. Einen Augenblick lang besitzt du alles, es gehört dir. Du hast den Inbegriff dessen erreicht, wozu du imstande bist. Wie viele Menschen auf der Welt können das sagen?“
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