Your email address is kept confidential, and will never be
published, sold or given away without your explicit consent.
Thank you for joining our mailing list! Close |

|
|||||||||||||
|
Merkwürdigerweise kommt in unserem Zeitalter der Spezialisten, Experten und Meister immer begrenzterer Studienfelder das originellste und echt innovative Denken häufig von Individuen die ein Gebiet erforschen, in dem sie nur wenig oder gar nicht ausgebildet sind. Den gelegentlichen Autodidakten gibt es seit langem, aber diesen neuen "Forschern ohne Diplom" fehlt es nicht per se an Ausbildung. Oft haben sie akademische Abschlüsse – Betriebswirtschaft, Medizin oder Jura – aber es sind jene Themen, die jenseits ihres professionellen Kompetenzbereichs liegen, die sie motivieren, über komplexe Gedankengänge leidenschaftlich und oft erstaunlich frisch und tief zu lesen, nachzudenken und zu schreiben, sei es über Kunst, Physik oder den Ursprung des Universums. Robert Godwin ist so ein "Außenseiter"-Denker und obendrein ein meisterhafter Autor. In seinem Buch One Cosmos under God versucht er nichts Geringeres als sich die gesamte Schöpfungsgeschichte noch einmal vorzustellen, sowohl wissenschaftlich als auch spirituell, und präsentiert wagemutig und atemberaubend eine oft poetische Interpretation einer neuen kosmischen Erzählung von fast biblischen Ausmaßen. Es ist ein Buch, das Grenzen überschreitet, das den Leser packt, provoziert und letztendlich sehr nachvollziehbar bleibt in seiner herkulischen Umarmung von Kosmologie, Biologie, Quantenphysik, Psychologie, Anthropologie, Geschichte, Mystik, Theologie und anderem.
Nach eigener Aussage begann sich der praktizierende klinische Psychologe Godwin irgendwann mit Mitte bis Ende zwanzig leidenschaftlich für die unterschiedlichsten Themengebiete zu interessieren. Er beschreibt sich selbst als jemanden, der im Gegensatz zum analytischen einen synthetischen Verstand besitzt. Um also all das, was er an neuem Wissen aufnahm, zu verstehen, machte er sich auf die Suche nach Beziehungen und wiederkehrenden Mustern unter den Erkenntnissen, die er in verschiedenen Studienfeldern gefunden hatte. Kurz gesagt, er wollte wissen. An diesem Punkt erkannte er, dass die einzige Möglichkeit, spirituelle Wahrheiten zu begreifen, die direkte Erfahrung ist, und so wurde er ein ernsthafter Übender von Sri Aurobindos Integralem Yoga. One Cosmos under God ist das Ergebnis aus dem, was er als Anhänger der Lehren des indischen Heiligen entdeckte, und aus den Früchten seiner unablässigen Neugierde. Auf Grund unseres eigenen unerschöpflichen Interesses an evolutionärer Spiritualität, wollte WIE mehr über die Gedanken dieses unerschrockenen Gelehrten herausfinden. In dem folgenden Interview nimmt uns Godwin mit auf die Reise zu einigen der großen metaphysischen Themen unserer Zeit und beschreibt seine Bemühungen, eine neue, höhere Synthese zwischen wissenschaftlichem und mystischem Denken zu formulieren. Seiner Meinung nach können aus jener höheren Perspektive sowohl die lineare und kausale Natur des Erdenlebens – die horizontale Dimension – als auch die absolute und transzendente – oder vertikale – Dimension auf eine integrierende Art gesehen werden. Auf diese Weise können wir auch die vier "Singularitäten" verstehen, diese Explosionen von evolutionären Erneuerungen, die am Anfang des Universums standen und im weiteren Verlauf das Leben auf diesem Planeten für immer radikal transformierten. Daran schließt nahtlos der zweite Teil des Gesprächs an, in dem uns Godwin nach innen führt, in die tieferen Bereiche der menschlichen Psyche, wobei er eine oft überraschende Darstellung der psychologischen Entwicklung und ihrer Relevanz für die Evolution der Kultur präsentiert. Er berührt eine Schwindel erregende Menge von Themen, von der Kindererziehung über Menschenopfer zu der Fähigkeit zu selbstreflektierendem Bewusstsein. Und er vereint sie meisterhaft in einer Vision des Menschseins, die zugleich unendlich groß und immer auch mitten im Leben ist.
|
|||||||||||||