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Einleitung Manchmal muss erst ein Aussenseiter kommen, um die Dinge im richtigen Zusammenhang zu sehen. Nur so lässt sich erklären, dass der NPR Radiokommentator Andrei Codrescu in den abschließenden Einstellungen seines Films Road Scholar aus dem Jahr 1992 ein Bild von Amerika eingefangen hat, wie es nur ein Ex-Bürger des Ostblocks sehen konnte. „Amerika”, sinnierte er, „ist paradoxerweise das materialistischste Codrescus Worte bringen hier eine Saite zum Schwingen Mit der amerikanische Psyche, die auf prekäre Weise zwischen diesen beiden Welten schwebt, soll es uns nicht wundern, dass sich im Land der Verheißung jetzt, da wir die Horizonte des dritten Jahrtausends erforschen, eine neue Art der Spiritualität verankern will, die unsere kollektiv gespaltene Persönlichkeit endlich in einer gemeinsamen ganzheitlichen Sichtweise zu vereinen sucht. Des spirituellen Erbes traditioneller „patriarchalischer” Religionen müde, das die Welt meidet, den Körper verneint und das Leben verleugnet, treten Pioniere einer neuen Art auf den Plan. Es sind Schmiede einer revolutionären, integrierenden „Spiritualität der Ganzheit”, die die so lange bestehenden Mauern zwischen dem Heiligen und dem Weltlichen, dem Erhabenen und dem Irdischen, ein und für alle Mal niederreißen. In ihrem Buch The New American Spirituality schreibt die Mitbegründerin des OmegaInstituts, Elizabeth Lesser: „Religionen, die auf dem Konzept der Sünde basieren, haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Welt zu kontrollieren und sie nicht als das, was sie ist, zu lieben. Die weniger kontrollierbaren Aspekte unseres Menschseins >Indem man die Welt und alles, was zu ihr gehört, aus vollem Herzen annimmt, kommen viele Aktivitäten, die man vorher als rein „weltlich” oder „irdisch” sah, als kraftvolle Mittel der Transformation zu breiter Akzeptanz. In der Tat bezeugt eine
Obwohl in ihr noch kein klar definierter Kern auszumachen ist, hat diese weit verbreitete Vermählung des Heiligen mit dem Weltlichen zahlreiche führende Seelentechnologen der Gegenwart dazu inspiriert, neue Programme für die spirituelle Entwicklung zu schaffen, die in Übereinstimmung mit ihren ganzheitlichen, der Welt zugewandten Idealen konzipiert sind. Allen voran der neue Hybride der spirituellen Wege, bekannt als Integrale Transformative Praxis. Dieses neue „holistische” System für die menschliche Entwicklung wird von einflussreichen spirituellen Denkern, dem Mitbegründer des EsalenInstituts Michael Murphy, dem Human PotentialPionier George Leonard und dem heute führenden Philosophen des Geistes, Ken Wilber, propagiert und zielt darauf ab, einen wirklich modernen Weg für den Menschen mit Familie und Haushalt zu schaffen, bei dem er sich als Teilzeit-Praktizierender gezielt und ausdauernd mit der ganzen Breite transformatorischer Übungen befasst. Jede von ihnen ist konzipiert für eine Dimension menschlicher Entwicklung Das Innovativste und Kontroverseste jedoch an dieser neuen spirituellen Technologie und an der „neuen amerikanischen Spiritualität” insgesamt, ist wohl die Tatsache, dass viele „hierarchische” Elemente, die man früher als wesentlich für den spirituellen Weg gesehen hatte, eilends zu Gunsten einer offeneren individualistischeren Herangehensweise zurückgelassen werden. Insbesondere die traditionelle Vorstellung, dass sich der Suchende der Autorität der Schriften oder der Führung eines spirituellen Lehrers anvertrauen sollte, wird durch eine starke Betonung der „eigenen Autorität” bei der Suche ersetzt. Lesser schreibt: „Es macht keinen Sinn mehr, dass dir die heilige Wahrheit und der Weg, wie man sie findet, durch eine Autoritätsperson beschrieben wird. Du erstellst jetzt die Landkarte für die Reise.” Dieses kühne Vorhaben einer „Demokratisierung” der spirituellen Suche, die den Konsens von mehr als 2500 Jahren angesammelter Weisheit hinter sich lässt, ist wohl der sicherste Beweis, dass sich im Bemühen, uns zu unseren höheren Potenzialen zu erheben, ein echt amerikanischer Ansatz etabliert hat. Seit Beginn unserer Recherche für diese Ausgabe von Was ist Erleuchtung? wurde deutlich, dass wir diese „neu entstehende amerikanische Weisheitstradition” näher untersuchen mussten. Es ist keineswegs der erste Versuch in der Geschichte, Spiritualität auf den Boden der Erde zu bringen. Und doch
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