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Interview ANDREW COHEN: In dieser Ausgabe von Was ist Erleuchtung? erklärte Duane Elgin, Sozialwissenschaftler und evolutionärer Aktivist, in einem Interview: „Was wir zur Zeit tatsächlich erleben ist ein Zusammenwirken verschiedener Entwicklungen, die sehr mächtig sind Spirit Matters, dass die individuelle und kollektive Entfremdung von uns selbst, von unserer eigenen Spiritualität, die eigentliche Ursache für Narzissmus, Kurzsichtigkeit und zügellosen Materialismus ist, die uns an den Rand der Selbstzerstörung bringen. Könnten Sie uns bitte erklären, warum es unser Mangel an spiritueller Selbsterkenntnis ist, individuell und kollektiv gesehen, der allem, was nicht in Ordnung ist, zu Grunde liegt, sowohl unserer Beziehung zu uns selbst, als auch unserer Beziehung zum Leben im Allgemeinen ? MICHAEL LERNER: Ich würde folgendermaßen beginnen: Zur grundlegenden Realität des Universums gehört, dass wir alle miteinander verbunden und Teil der Einheit allen Seins sind. Die Entfremdung, die wir erleben, ist in aller erster Linie eine Entfremdung von uns selbst und davon, wer wir sind. Sie ist das Ergebnis unserer Unfähigkeit zu verstehen, dass wir mit allen anderen Menschen und schließlich mit allen Wesen verbunden sind. Diese Unfähigkeit manifestiert sich tausendfach in der heutigen Zeit, aber sie ist die Wurzel des Übels, weil jede spezifische Form der Entfremdung auf unsere Distanz oder unser mangelndes Bewusstsein unserer grundlegenden Verbundenheit mit allem Sein zurückzuführen ist. Wenn wir uns diesbezüglich etwas herausgreifen wollen, können wir uns beispielsweise die ökologische Krise anschauen: Wir meinen, dass wir den Müll irgendwo auf der Erde abladen können, ohne dass er Auswirkungen auf uns haben wird. Oder aber Es ist so, als ob wir uns sagen würden: „Ach, das ist doch nur mein Zeh. Er ist weit weg. Ich betrachte ihn nicht wirklich als Teil von mir. Ich bin hier oben in meinem Kopf bzw. im oberen Teil meines Körpers.” Wenn das jemand zu dir sagen würde, würdest du antworten: „Nein, nein. Das ist mein Zeh. Er ist mir sehr wichtig, auch wenn er mir nicht direkt vor Augen in meinem unmittelbaren Bewusstsein ist. Wenn du ihm aber weh tust, wird es natürlich auch mir weh tun.” Wir sind Teil dieses universellen Körpers des Universums, und dennoch haben wir unsere Wahrnehmung von einigen Nervenzellen abgetrennt, so dass wir nicht sofort auf die Stimuli reagieren, die von anderen Stellen kommen. Aber irgendwann kommt das Gift auf sehr schmerzhafte und zerstörerische Weise zu uns zurück. Unserer Verleugnung der Verbundenheit und der Interdependenz aller Menschen, und damit letztendlich unserer Verbundenheit mit allem Sein, liegt eine ungeheure Irrationalität zu Grunde. Das ist die ökologische Ebene, auf der wir uns entfremdet haben, weil wir die Verbundenheit aller Menschen nicht anerkennen. Auf der gesellschaftlichen Ebene geschieht das Gleiche, nur in einer etwas anderen Form. Würden wir unsere grundlegende Verbundenheit wahrnehmen, würden wir erkennen, dass unser eigenes Wohl oder die Entwicklung unserer Seele und unseres Bewusstseins völlig von der Entwicklung jedes anderen Menschen auf dieser Erde abhängig sind. Das heißt, wir sind tatsächlich miteinander verbunden, und die Vorstellung, dass wir Individuen sind, die alle ihre eigenen Ziele verfolgen, von Grund auf falsch ist. Wenn man dieses aber nicht erkennt, denkt man: „Oh, ich kann meinen eigenen Weg gehen. Ich schaffe es allein, und es ist unwichtig, was mit den Menschen um mich herum geschieht.” Diese Entfremdung von anderen Menschen schafft die vielen sozialen Probleme, die wir zur Zeit erleben. Die Menschen glauben, dass sie allein dastehen, wobei sie doch in Wirklichkeit tief verbunden sind mit jedem einzelnen Menschen, nicht nur auf der physischen Ebene, die ich vorhin angesprochen habe, als es um die Umwelt ging, sondern auch auf emotionaler und spiritueller Ebene: auf der Ebene unseres Bedürfnises nach zwischenmenschlichen Beziehungen. Unsere Fähigkeit, uns mit anderen Menschen zu verbinden
AC: Das Einzigartige an Ihrer These ist die ungewöhnliche Kombination aus einer radikalen und kompromisslosen Überzeugung und dem Humanismus mit seinem tiefen Menschenverständnis, wobei beides in einer leidenschaftlichen und begeisterten Spiritualität wurzelt. Viele von denen, die sich heutzutage sehr dem spirituellem Erwachen hingeben, schrecken vor der engagierten und leidenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Welt zurück, die Sie aber als absolut entscheidend herausstellen, damit die zunehmend bedrohte Umwelt, in der wir leben, wirklich grundlegend verändert werden kann. Warum meinen Sie, dass ein verantwortungsbewusstes Engagement in der Welt in einem wahrhaft spirituell gelebten Leben das Wichtigste ist?
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