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1 | 2 "Der erste Teil von Eine Liebesgeschichte des 21. Jahrhunderts ist eine extravagante, ergreifende Mischung aus Spiritualität und Romanze, mit sprühendem Witz und vorgetäuschter Unschuld geschrieben. Evan und Ellas intimer E-Mail-Austausch ist ein von postmoderner Verspieltheit und tiefem Pathos geprägtes Werk, das nichts Geringeres als die größten Fragen des Lebens mit der Sensibilität der Popkultur behandelt ... Wird sich Ellas Vater von seiner lebensbedrohlichen Krankheit erholen? Können Evans spirituelle Erkenntnisse in dieser Situation helfen? Diese Fragen halten uns in ihrem Bann, und zusammen mit den Protagonisten werden wir von den Stürmen des Lebens geschüttelt, während sie sich bemühen, ein bisschen Frieden in diesem Tumult zu finden. Die letzten E-Mails führen zu einem Höhepunkt brennender Leidenschaft und glühender Gefühle, wie es nur in jugendlicher Liebe möglich ist, und gipfeln in der fast unerträglich spannenden Frage: Wird er nach New York fahren, um sie zu treffen? Evan und Ella, die Welt erwartet eure Antwort mit Sehnsucht." –The Los Angeles Gazette
Von: "Ella Paris" [ellaparis@hotmail.com] Hi Evan, Ich verstehe nicht, warum dich die Streitereien mit Courtney so frustrieren. Natürlich wurmt es sie, dass du nicht mit ihr nach New York gefahren bist. Du bist selbst schuld, dass du ihr nicht den wahren Grund erklärt hast ... Du hast zwar sicherlich das Richtige getan, aber das weiß sie ja nicht. Sie denkt halt, dass du sie einfach sitzen gelassen hast. Obwohl ich sie nur einmal getroffen habe, mag ich Courtney sehr und habe deswegen Mitgefühl mit ihr. Vielleicht spürt sie, so wie ich, dass du ihr gegenüber sehr ambivalent bist ... und um ehrlich zu sein ist das nicht der beste Weg, um Frauen abzuschleppen ... Bei mir hat sich was verändert seit meiner letzten Mail–ich habe mich entschlossen, Ärztin zu werden. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Aufnahmeprüfungen für das Medizinstudium kein Problem sein werden, da ich schon so viele Kurse in den Naturwissenschaften belegt habe. Ich muss einfach etwas Nützliches tun. Seit drei Monaten meditiere ich nun, und es scheint sich nichts zu verändern. Verstehst du, was ich meine? Zwar habe ich tolle Meditationserlebnisse, aber wenn ich dann aufstehe, wohne ich immer noch im SELBEN Haus, mit DEMSELBEN kranken Vater, DERSELBEN Mutter, demselben Allem. So werde ich noch verrückt hier. Für dich bin ich vielleicht schon verrückt, aber jetzt bin ich fest entschlossen, etwas zu ändern. Vielleicht solltest du auch was anderes machen, anstatt immer nur zu deinem Zen-Zentrum zu gehen–egal wie viel Zazen du machst, ist doch trotzdem alles im Eimer. Vielleicht gehe ich nach Afrika, oder so ... E Von: "Evan McAllister" [glassyzen@yahoo.com] Ella Liebling, Tschüss meine Liebe,
Von: "Evan McAllister" [glassyzen@yahoo.com] hey ella! soso ... du willst also arzt spielen? was ist nur mit
den delfinen und den anderen meerestieren passiert? brauchen die
nicht auch liebe und fürsorge? ich bin mir sicher, die
killerwale würden gerne von dir gestreichelt werden. aber was
ist das jetzt? du willst, dass ich zazen aufgebe? also, da
kannst du noch lange drauf warten. ich gebe ja zu, dass die welt
im eimer ist und dass man viel tun könnte, um sie zu verbessern.
aber ist es wichtiger in einem traum gute dinge zu tun, oder
einfach AUFZUWACHEN, und damit alle "probleme" in einem
augenblick zu lösen? gib' deine meditation nicht so leicht auf,
ella. wenn du wirklich den leuten helfen willst, so helfe ihnen,
aus diesem samsarischen albtraum zu erwachen. das ist das beste,
was du für sie tun kannst. und das kannst du nur, wenn du selber
Wach bist. selbst in afrika.
Von: "Ella Paris" [ellaparis@hotmail.com] Wieder auferstandener Surfboy, Wie soll "Aufwachen" jemandem helfen, der an einer verhütbaren Krankheit leidet? Wie Aids oder Hepatitis, zum Beispiel. Meine Meditation gebe ich nicht auf, aber ich mache mir auch nichts vor ... Und jetzt, wo du endlich zugegeben hast, dass Courtney "fix und fertig" ist, sollten wir nach China oder Sibirien gehen, um mit unserem jugendlichen Elan auszuhelfen ... Weißt Du, was ich meine? Was hält dich davon ab, Kalifornien zu verlassen?Von: "Evan McAllister" [glassyzen@yahoo.com] hallöchen dr. ecco, Willkommen zum Gottes-Chat 2000 8:59:28 PM PST, 21/02/04 "Evan" hat den Chatroom betreten. Evan: bist du da, gott? ich bin's, evan. 9:00:00 PM PST, 02/21/04 "Gott" hat den Chatroom betreten. Gott: Ich bin überall, Evan. Immer. Evan: klasse, alter. Gott: So ist es. Gott: Also ... hast du eine Frage? Evan: jede menge. gerade unterhielt ich mich mit meiner freundin ella, Gott: Ella Fine Paris, am 03 Februar 1981 auf der Erde geboren. Evan: und sie will ja ärztin werden, oder? Evan: also ... alter, ich bin beeindruckt. ich hatte keine ahnung, dass ihr zweiter name "fine" ist! Gott: Ich halte die ganze Welt in Meiner Hand, Evan. Evan: genau. cool. jedenfalls meinte ella, dass sie nicht versteht, wie das erwachen aus dem albtraum des samsara den leuten mit "verhütbaren krankheiten" helfen könnte. zwar hab' ich versucht, ihr zu erklären, dass die krankheiten auch ein teil des samsaras sind, und dass das erwachen aus dem traum der formen und der namen einen von ALLEM befreit, aber damit konnte sie nichts anfangen. kannst du da helfen? Gott: Was ist "Samsara"? Evan: wie? ich dachte, du weißt alles? Gott: Einen Moment. Ich schlage gerade in meinem Lexikon der Östlichen Philosophie nach ... Aha, hier haben wir's. Also, hmm. Sehr interessant. Ha ha ha. Oh Gott, das ist ja urkomisch. Also, vielleicht solltest du dich lieber mit "Shiva" oder so jemanden darüber unterhalten. Ha ha ha! Evan: ähh... Gott: Nun, mein Sohn, unsere Unterhaltung hat mir sehr gefallen. Aber jetzt muss ich mich auf die Socken machen. Es ist Zeit, Mir meine "Bruce Allmächtig" DVD nochmal reinzuziehen. Über diesen James Eugene Carrey kann Ich Mich göttlich amüsieren. Mit ihm bin ich sehr zufrieden. Evan: aber was ist mit meiner frage? Gott: Adios. Goodbye. Auf Wiedersehen. Au revoir. Sayonara. Amen. 9:02:00 PM PST, 02/21/04 "Gott" hat den Chatroom verlassen. Evan: herrgottnochmal, leute gibt's ... also, im nachhinein scheint mein gespräch mit gott nicht so hilfreich gewesen zu sein. jedenfalls, deine frage ist gut. wie kann das "erwachen" jemandem helfen, der an einer verhütbaren krankheit stirbt? aber ich denke, du hast das argument der transzendenz wieder nicht kapiert ... alles, was mich davon abhält, Kalifornien zu
verlassen, sind die süßen wellen, baby, die süßen, süßen
wellen.
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