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Da immer mehr Menschen über das kollektive Bewusstsein reden, stellt sich natürlicherweise die Frage: Gibt es dafür Unterstützung vonseiten der wissenschaftlichen Forschung? Und die Antwort scheint zunehmend "ja" zu lauten. Tatsächlich gehen immer mehr neuere Forschungsarbeiten davon aus, dass es nicht nur ein Bewusstseins- und Informationsfeld zwischen uns Menschen gibt, sondern auch davon, dass wir uns durch dieses Feld außerordentlich stark gegenseitig beeinflussen. So, wie sich Gene Roddenberry (der Raumschiff Enterprise und Star Trek erfunden hat) eine Zukunft vorstellte, in der Mr. Spock sein Bewusstsein mit dem Bewusstsein anderer "verschmelzen" konnte, werden wir uns immer mehr der bemerkenswerten Fähigkeit bewusst, die Gedanken und Gefühle anderer Menschen intuitiv wahrzunehmen. Ebenso können wir ganz bewusst mit anderen zusammen denken und etwas hervorbringen, ohne über unsere fünf Sinne zu kommunizieren. Am offensichtlichsten wird das kollektive Bewusstsein in unserer Fähig-keit, die Wechselwirkungen zwischen unseren eigenen und den körperlichen, emotionalen, mentalen und spirituellen "Energiefeldern" der anderen intui-tiv wahrzunehmen und auf diese einzuwirken. Obwohl die Wissenschaft schon lange von der Existenz der Gravitations-, Elektrizitäts- und Magnetfelder überzeugt ist, so deuten richtungsweisende Forschungsarbeiten aus den Grenzwissenschaften–die ebenso unter der Bezeichnung Parapsychologie oder Erforschung von PSI-Phänomenen bekannt sind–darauf hin, dass es auch andere Arten von Feldern, einschließlich der Gedankenfelder gibt. Ein grundlegendes PSI-Phänomen sind außersinnliche Wahrnehmungen und Einflüsse, die vielleicht ermöglicht werden durch die offensichtliche Fähigkeit unseres Bewusstseins, jenseits der Begrenzungen von Zeit und Raum zu agieren. Beispiele hierfür sind unter anderem Telepathie und Fernwahrnehmung. Die Existenz der PSI-Phänomene (oder des Fernverständnisses, wie Ken Wilber es nennt) wurde in zahlreichen wissenschaftlichen Studien, die von Marilyn Schlitz, Dean Radin und anderen durchgeführt wurden, überzeugend dargestellt. In typischen Experimenten zur Fernwahrnehmung wird beispielsweise eine Person an einen geheim gehaltenen Ort gebracht; eine andere, die im Untersuchungslabor bleibt, versucht währenddessen "fernwahrzunehmen" und den entfernten Standort ganz genau zu beschreiben. Bei einer großen Zahl von Versuchen sind die Fernwahrnehmenden in der Lage, die Umgebung der anderen Person mit statistisch signifikanter Genauigkeit zu beschreiben. Verblüffend ist, dass Paare, die eine emotionale Bindung zueinander hatten, die besten Resultate erzielten. Diese Entdeckungen legen den Schluss nahe, dass Gruppen, deren Mitglieder ein Gefühl des Verbundenseins und gegenseitigen Vertrauens entwickeln, eher fähig sind, Zugang zu den Sichtweisen der anderen zu gewinnen und diese zu verstehen, "mit den Augen der anderen zu sehen". Der Biologe Rupert Sheldrake und andere haben verschiedene raffinierte Experimente durchgeführt, die zeigen, wie weit verbreitet PSI-Fähigkeiten sind–sogar bei Tieren. Er hat zeitlich aufeinander abgestimmte Videokameras, die in Wohnungen und an Arbeitsplätzen von Hundehaltern installiert worden waren, benutzt und damit bewiesen, dass Hunde genau in dem Augenblick an die Wohnungstür gehen und dort auf ihre Halter warten, in dem diese beschließen, von der Arbeit nach Hause zu kommen–sogar, wenn die Zeiten sich täglich ändern. Auch mit Menschen haben Sheldrake, Radin und andere zahlreiche Telepathie-Experimente durchgeführt und damit gezeigt, dass Menschen die Gedanken und Absichten anderer über Zeit und Raum hinweg wahrnehmen können. Diese Forschungen beinhalten Untersuchungen über eine allgemeine Erfahrung, nämlich "das Gefühl, angestarrt zu werden". Er trennte zwei Personen unter Laborbedingungen räumlich voneinander; die erste Person war an Geräte angeschlossen, die ihr Nervensystems überwachte, die zweite starrte die erste Person in zufälligen Zeitabständen auf einem Fernsehschirm an, der sich im gleichen Schaltkreis befand. So konnten die Forscher Beweise für die Existenz dieses Phänomens sammeln, wobei die statistische Wahrscheinlichkeit bei 1 zu 3,8 Millionen lag. Sheldrake hat in einer Reihe von Untersuchungen auch gezeigt, dass wir uns über räumliche Entfernungen hinweg, ohne äußerliche Kommunikation oder Interaktion, gegenseitig beim Lernen unterstützen können. In einer Untersuchung zum Beispiel füllte eine Personengruppe ein neu entworfenes Kreuzworträtsel aus, wobei die Zeit, die sie durchschnittlich bis zur Vervollständigung brauchten, gemessen wurde. Das gleiche Rätsel wurde dann übers Fernsehen an Millionen von Zuschauern gesendet, die es zu Hause bearbeiten sollten. Anschließend löste eine neue Gruppe, die das Rätsel überhaupt nicht kannte, dieses wesentlich schneller als die ursprüngliche Gruppe. Dies legt den Schluss nahe, dass–nachdem so viele Personen sich mit dem Rätsel beschäftigt hatten–die Kenntnis darüber irgendwie in das kollektive Bewusstseinsfeld eingeätzt worden war, wodurch es für andere zunehmend leichter wurde, das Rätsel zu lösen. Radin, das Forschungslabor für technische Anomalien (PEAR) in Princeton und Roger Nelsons Projekt "Weltbewusstsein" gingen in ihren Forschungen über "Feldeffekte" des Bewusstseins sogar noch weiter, und zwar in den Bereich der Wechselwirkung zwischen Geist und Materie, indem sie mit Rechnern, die Zufallszahlen erzeugen, eine raffinierte Reihe von Experimenten durchführten. Zufallszahlengeneratoren (RNGs) kann man sich im Grunde als komplizierte Geräte zum Münzenwerfen vorstellen, die darauf programmiert sind, nach dem Zufallsprinzip Nullen oder Einsen auszuwerfen. Gerade so, wie wenn man eine Münze hundert Mal werfen sollte und erwarten könnte, dass Kopf und Zahl jeweils fünfzig Mal nach oben zeigen, so verhält es sich mit diesen RNGs, die die gleiche Anzahl an Nullen und Einsen produzieren. Allerdings haben es schon ganz gewöhnliche Leute allein durch den Einsatz ihrer Gedankenkraft geschafft, Ordnung in diese Zufälligkeiten zu bringen, indem sie die RNGs, die manchmal Tausende von Kilometern entfernt waren, veranlassten, eine der Zahlen über mehrere Versuche hinweg bedeutend öfter auszuwerfen, einfach, indem sie die Absicht hatten, das zu tun. Zweiergruppen, bei denen eine innere Bindung existierte–Paare in einer Beziehung–erbrachten sechsmal höhere Ergebnisse als Einzelpersonen. Wie schon die Versuche zur Fernwahrnehmung, weisen diese Ergebnisse darauf hin, dass Menschen mit einer emotionalen Verbindung zueinander gemeinschaftlich mehr Einfluss ausüben können, als wenn Einzelpersonen alleine handeln. Es ist vielleicht nicht überraschend, dass Gruppen weitaus stärkere RNG-Ergebnisse hervorbringen als Einzelpersonen oder Paare, sogar wenn die Gruppenmitglieder nichts von den RNGs wissen und daher nicht beabsichtigen können, deren Ergebnisse zu beeinflussen. Wenn Gruppen beispielsweise einfach nur ihre Aufmerksamkeit auf Ereignisse von großem öffentlichem Interesse richten, sind die Ergebnisse bei den Zufallszahlengeneratoren (RNGs) um ein Dreifaches höher, als wenn Einzelpersonen absichtlich versuchen, die RNG-Rechner zu beeinflussen. Während bestimmter Ereignisse, die die Aufmerksamkeit der Massen auf sich zogen und weltweit im Fernsehen ausgestrahlt wurden–wie z.B. Prinzessin Dianas Tod oder die tragischen Ereignisse des 11. September–wichen die zusammengefassten Ergebnisse von sechzig RNGs, die auf der ganzen Welt verteilt waren, signifikant von Zufallsergebnissen ab. Am 3. Oktober 1995 zum Beispiel, dem Tag der Urteilsverkündung im O. J. Simpson Mordprozess, beschlossen Radin, Nelson, und Dick Bierman von der Universität Amsterdam, RNGs in ihren jeweiligen Untersuchungslabors laufen zu lassen, um ihre Hypothese zu überprüfen, etwas Bedeutsames werde im kollektiven Bewusstseinsfeld geschehen. Radin beschreibt dies in Das bewusste Universum: "Ungefähr zu der Zeit, als die Vorschau im Fernsehen begann–um 9.00 Uhr PZ–erschien ein unerwartetes Maß an Ordnung bei allen RNGs. Es fiel bald wieder auf normales Zufallsverhalten zurück, bis ungefähr 10.00 Uhr, dem Zeitpunkt, an dem das Urteil verkündet werden sollte. Ein paar Minuten später erreichte das Maß an Ordnung bei allen fünf RNGs innerhalb der zwei Stunden, in denen die Daten aufgezeichnet wurden, plötzlich seinen höchsten Stand, und zwar exakt zu dem Zeitpunkt, als der Protokollführer das Urteil verlas." Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die millionenfache gemeinsame Konzentration auf einen bestimmten Punkt überaus starke Auswirkungen auf die materielle Welt haben kann, indem sie auf geheimnisvolle Weise die statistischen Zufallsreihen physikalischer Systeme in Richtung auf einen höheren Ordnungsgrad beeinflusst. Genauso, wie wir in physikalischen Systemen durch konzentrierte Aufmerksamkeit oder Absicht eine Ordnung erzeugen können, deuten eine Reihe von Versuchen darauf hin, dass zwei oder mehr Menschen eine Übereinstimmung oder Synchronizität zwischen ihren Nervensystemen herbei-führen können. In Forschungsarbeiten, die vom "Institut of Noetic Sciences" und anderen finanziert wurden, haben Marilyn Schlitz und William Braud beispielsweise gezeigt, dass einzelne Personen, die ruhig und entspannt sind, die Unruhe anderer, weit entfernter Personen willentlich verringern können, und dass Menschen, die ihre Aufmerksamkeit bewusst konzentrieren, anderen in der Ferne helfen können, ihre umherschweifenden Gedanken zu bündeln. Auf einem anderen Gebiet, nämlich der "Fernheilung", zeigten 67 Prozent von 150 kontrollierten Untersuchungen, dass Einzelne und Gruppen durch Absicht, Entspannung, verstärkte Konzentration, Visualisierung und durch etwas, das beschrieben wird als "Bitte an eine Heilkraft, die größer ist als man selbst", andere Menschen in einem statistisch signifikanten Ausmaß heilen können. Heilwirkungen und Fernverständnis wurden verstärkt, wenn die Teilnehmer Mitgefühl und Verbundenheit empfanden oder wenn sie gemeinsam meditierten. Auf kommunaler, gesellschaftlicher und sogar globaler Ebene zeigten mehr als zwanzig Versuche, die in angesehenen wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht wurden, dass Gruppen, die transzendentale Meditation praktizieren und mehr als ein Prozent einer Bevölkerungsgruppe ausmachen, deutliche Verbesserungen hinsichtlich der Lebensqualität und der körperlichen und geistigen Gesundheit bewirkten, und Kriminalität, Unfälle, Streit und Krieg in der gesamten Zielgruppe reduzieren konnten: offensichtlich durch Stressverminderung in der kollektiven Psyche. Diese und andere Untersuchungen liefern einen deutlichen Beweis dafür, dass wir unser kollektives Bewusstsein entwickeln und nutzen können, um eine Reihe wichtiger zwischenmenschlicher, organisatorischer und sozialer Vorteile zu schaffen–angefangen bei einer Verstärkung des Mitgefühls, des Verständnisses und der gegenseitigen Achtung bis hin zu verbesserter Gesundheit, gegenseitiger Unterstützung und schöpferischer Zusammenarbeit. An unseren immer mannigfaltiger werdenden Arbeitsplätzen, Gemeinden und globalen Institutionen, wo wir von äußerst komplexen und dringlichen Problemen herausgefordert sind, wird die Kultivierung dieser Fähigkeiten nicht nur das Gemeinwohl fördern, sondern möglicherweise auch unser Überleben sichern. Robert Kenny, MBA (PhD) ist Mitglied des Fetzer Institutes und Gründer der "Leaderful Teams Organizational Consulting". Zuvor war er über 21 Jahre lang Personalleiter. Er veröffentlichte eine Reihe von Artikeln über kollektive Weisheit und schreibt gerade ein Buch mit dem Titel: Change Your Life, Change Your Work: The Transformative Power of Reflective Practice and Inspired Action. Kontakt: synergy@whidbey.com
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