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Artikel In einer Zeit, die laut der hinduistischen Kosmologie das "Zeitalter des Zusammen- fließens" ist, in der der dunkelste Moment der menschlichen Geschichte anfängt von einer erhellenden Weisheit durchdrungen zu werden, ist Dadi Janki wie eine göttliche Botschafterin, "die die ersten Strahlen des Lichts dieser reinen und friedlichen Welt bringt, die vor uns liegt." Dadi Janki, die 89-jährige Ko-Direktorin der Brahma Kumaris Weltuniversität für Spiritualität, reist weiterhin unermüdlich um den Globus, um ihre Botschaft der Hoffnung mitzuteilen. Sie wird von einem spirituellen Erwachen dazu inspiriert, das sie vor beinahe 70 Jahren im Beisein ihres Lehrers, dem Gründer von Brahma Kumaris und als Brahma Baba bekannten und verehrten Prajapita Brahma, erlebte. Hier beschreibt Dadi Janki ihr Erleben dieses Erwachens zum höheren Bewusstsein und wie es sie schließlich zu einer der verehrtesten spirituellen Führerinnen Indiens und zu einer Richtung weisenden Stimme für Millionen von Menschen in der ganzen Welt werden ließ. Jessica Roemischer
Als ich jung war, begegnete ich vielen Gurus und mein Vater riet mir, einen Guru zu wählen. Aber ich antwortete jedes Mal: "Nein, ich will Gott finden." Ich wollte keine Jüngerin sein und jemandem zu Füßen sitzen. Was nützt das? Ich wollte meinen Geist auf Gott richten. Nun kannte ich Brahma Baba schon vor seiner Transformation als Freund der Familie und sein Leben basierte auf den hohen Prinzipien einer großen Ehrlichkeit. Er hatte in Kalkutta ein bekanntes Juweliergeschäft, aber er arbeitete täglich nur wenige Stunden. In den Morgenstunden ging er in die Parks und verbrachte seine Zeit mit Kontemplationen über Gott. Er hatte ein großes Verlangen danach, Gott zu erkennen. Wer ist Gott? Wo ist er? Nach seiner Transformation - nachdem er eine Reihe von Visionen hatte - konnte ich ein neues Licht in ihm leuchten sehen. Es war, als ob ein Strom aus ihm herausfloss, den wir alle spürten, aber trotzdem erhob er sich nie zum Guru. Er war wie Mutter und Vater. Er saß mit uns, wie Eltern mit ihren Kindern zusammensitzen, er war sehr freundlich. Er handelte auf der physischen Ebene ohne eine Spur von Ego, er tat einfach das, was getan werden musste, und er akzeptierte keine Dienste von uns, wie es die meisten Gurus getan hätten. Wir sahen, dass er ständig in Verbindung mit dem Höchsten war, und er schöpfte daraus so viel Energie, dass er uns allen und vielen anderen diente und niemals müde wurde. Er schlief nie. Um acht Uhr abends ging ich in sein Zimmer und sagte: "Baba, es ist Zeit für eine Ruhepause." Und er sagte: "Nein, mein Kind. Solange ich wach bleiben kann, ist es gut." Er brachte uns bei, wie man im Gedenken Gottes schläft. Um zwei Uhr nachts war er immer noch wach. Er sagte: "Die Welt weint, wie kann ich da schlafen?" Morgens um vier lag er wach und sagte: "Ich dachte an Kinder wie dich, die die Welt erwecken können, sodass sie sich verändern kann. Gott will Kinder, die die Sorgen von den Seelen derer nehmen, die leiden." Und ich hatte den festen Entschluss: "Ich will ein würdiges Kind sein und die Früchte und die Substanz dessen, was Baba mir gibt, anderen geben." Nachdem ich mich entschieden hatte, seinem Ruf zu folgen, gab es eine erstaunliche Erfahrung mit Brahma Baba, in der sich das innere Auge öffnete und ich fähig war, mich zu sehen und zu wissen, wer ich bin. Und ich konnte sehen, dass Brahma Baba eine direkte Verbindung zu Gott hatte. Es war, als wäre seine physische Form nicht physisch. Ein Licht strahlte von seiner Stirn aus. Es war, als würde nicht er sprechen, sondern als wäre er vielmehr ein Instrument, durch das das Göttliche spricht. Obwohl ich die Gita und die Schriften studiert hatte, war ich nicht fähig gewesen, sie zu verstehen. Doch jetzt verstand ich. Er befähigte uns zu einer direkten Verbindung mit Gott. Er gab uns die Vision eines Seelenbewusstseins und erinnerte uns daran, dass wir IHM gehören - dass ich zu Gott gehöre und Gott zu mir. Als Brahma Baba mich anschaute, übertrug er sein Gewahrsein der Erinnerung Gottes auf mich - ich, die Seele, bin vollkommen frei vom Bewusstsein des Körpers, gelöst vom Körper. Ich bin getrennt von meinen Verwandten, meiner Mutter, meinem Vater. Die ganze physische Welt ist ziemlich getrennt, und ich, die Seele, gehöre zu Gott. Es war solch eine tiefe Transformation. Wenn eine Person physisch stirbt, dann stirbt für diese Person die ganze Welt, und so war es für mich. Nichts war wie vorher. Es war als wäre die Seele vollkommen getrennt vom Körper. Ich gehörte nicht zu dieser Welt und nichts hier gehörte zu mir. Wenn eine Person eine derartige Loslösung erreicht, ist das normalerweise ziemlich schwierig, aber in diesem Fall passierte es so kraftvoll und so natürlich. Da war dieses Gewahrwerden, dass alle physischen Dinge und alle physischen Beziehungen endlich sind, weil sie zur materiellen Welt gehören. Sie tragen ein definitives Ende in sich. Daher bin ich nicht an meinen Körper gebunden. Ich habe keine Angst vor dem Tod, weil ich im Gedenken Gottes sterbe. Wieso sollte ich Angst haben? Ich, die Seele, bin unsterblich. Durch Babas Worte erfuhren wir großes Verstehen. Und durch seine Augen konnten wir die Macht des Friedens spüren. Er hatte soviel von Gott bekommen und konnte ein so kraftvolles Instrument dieses Friedens sein, dass er das Selbst reinigte. Einige Jahre später, als Brahma Baba eine Vision des Seelenbewusstseins mit uns teilte, sah ich Gott plötzlich als ein Geschöpf aus Licht. Ich sah mich um die Welt reisen, damit die Welt sehen kann, dass Gott dieses Wesen aus Licht ist, und dass sie sieht, wie schön Gott ist. Natürlich hatte ich zu dieser Zeit keine Vorstellung davon, dass ich ins Ausland reisen würde, und dass ich den Globus so oft umrunden würde. Es war einfach eine tiefe Motivation, dass die Welt Gott sehen und diese Stufe des Bewusstseins erfahren kann, das Bewusstsein des EINEN, der unsere Sorgen vertreibt.
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