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BL: Ich bin ein Tantra-Meister. Und ich lebe das tantrische Leben, und ich habe tantrisch gelebt und ich führe weiterhin ein tantrisches Leben, aber jetzt nur mit meiner einen Frau. Aber ich habe einige Frauen zum Bewußtsein geführt - zu einem ausreichenden Bewußtsein. Und sie sind jetzt in der Welt und tun das, was ich von ihnen erwarte, nämlich den Männern helfen, mehr Erkenntnis über Gott zu erlangen, und das ist Liebe. Jetzt lebe ich mit Sara das Unmögliche, etwas von Gott Gegebenes: die Vereinigung von zwei sterblichen Körpern im Ewigen. Das lebe ich jetzt mit Sara, denn wenn ich es lebe, kann ich es weitergeben, oder es wird an diejenigen weitergegeben, die in meiner Lehre stehen und diese Liebe, diese aufrichtige Liebe, leben. Aber zuerst muß ich es leben, denn ich bin der Meister. Und wenn der Meister es nicht lebt, haben die Menschen keine Chance dazu. Sie bekommen es, weil durch die Psyche, die ständig in uns wirkt, eine Übertragung stattfindet: Wenn ich es lebe, wird es an diejenigen weitergegeben, die es nach ihrem besten Vermögen zu leben versuchen. Das geschieht hier. Auf diese Weise habe ich in meiner Lehre mit Frauen den Liebesakt vollzogen, mit Frauen, in denen ich das Licht gesehen habe oder in denen genug Liebe ist, um sie zu einer größeren Verwirklichung Gottes zu führen. Wenn ein Tantra-Meister eine Frau liebt, ist das etwas anderes, als wenn irgend jemand anderer sie liebt, denn er vermittelt ihr ein größeres Wissen über die Liebe Gottes. AC: Darf ich fragen, wie er das tut? BL: Nicht mit dem Geist, sondern mit seinem physischen Körper und seiner Unschuld. Wie sonst könnte er es tun? Er muß unschuldig sein. AC: Durch seine Reinheit. BL: Sein Körper muß rein sein. Das ist das einzige, worum sich jeder Mann auf dem spirituellen Weg bemüht - die Reinigung seines Körpers. Er beginnt zuerst mit dem Geist, der immer unrein ist; er muß seinen Verstand loswerden. Dann muß er die Grundlage seines Verstandes loswerden, die aus seinen Gefühlen und all diesen falschen Dingen besteht, die er angeblich liebt: er liebt dieses, er liebt jenes, das mag er nicht, das mag er - alles Gefühle. Diese beiden Dinge muß er also loswerden, um unschuldig zu werden. Und dann muß er in seinem Körper sein, der noch immer da ist, nachdem er sich von diesen Dingen gereinigt hat. Wir sind immer da, wo unser Körper ist, nicht wahr? Wenn man nicht gerade ein Magier ist, kann man nirgendwo sonst sein. Man muß da sein, wo die Wahrheit ist, und die Wahrheit ist da, wo der Körper ist. Wenn ich also den Liebesakt vollziehe, ist es absolut wichtig, daß ich in meinem Körper bin, denn nur mein Körper kann Liebe machen. Wenn ich phantasiere, bin ich im Verstand, und das führt zu Gefühlen; ich habe meinen Körper zurückgelassen und kann die Liebe nicht mehr vollziehen, weil ich nicht mehr unschuldig bin. AC: Nein, natürlich nicht, denn dann ist man nicht einmal mehr bei dem Menschen, mit dem man zusammen ist. Man liebt nicht ihn. BL: Nein, vermutlich bist du dann bei einer Phantomfrau im Geist. Und diese Phantomfrau, an die du denkst, verschafft dir die Erektion. Das brauchst du aber jetzt nicht. Aber mein Gott, sobald Männer an diesen Punkt kommen, und in meiner Lehre leben die Männer das, so gut sie können, stellen sie fest, daß sie ohne die Erregung des Sex keine Erektion haben, und sie verlieren ihr Selbstvertrauen und verlieren alles, weil sie die ganze Zeit von einer falschen Erregung, genannt "Sex", abhängig gewesen sind. AC: Ja. BL: Wenn man das nun aufgibt, tut sich immer eine Falle auf; es gibt immer eine Übergangsphase, nicht wahr? Genauso als wenn jemand zu den Vorträgen kommt und voller Begeisterung sagt: "Andrew, du bist wunderbar. Eine solche Offenbarung habe ich noch nie erlebt." Und dann sind sie einige Wochen oder Monate weg, und wenn sie zurückkommen, sagen sie: "Ich habe es verloren! Ich habe es verloren!" Alles ist weg, weil sie angefangen haben, einen anderen Teil ihres Fundaments zu betreten, und es entsteht Verwirrung, weil die alte Unwissenheit und der Strom der Veränderung zusammenfließen. Sie müssen neu beginnen. Dann können sie die Verwirrung loswerden. AC: Betonen Sie in der tantrischen Liebe, daß es für den Mann überaus wichtig ist, die Phase vor dem Samenerguß zu verlängern oder ihn überhaupt zu vermeiden? Damit er zum Beispiel in der Lage ist, tiefe Intimität mit der Frau zu erleben? BL: Ja. Zu Beginn muß er sich so gut es geht zurückhalten, jedoch ohne zu unterdrücken. Und es ist allein schon schwierig genug, beides voneinander zu unterscheiden. Aber weil es eine göttliche Sache ist und weil Gott die Liebe vollzieht und nicht eine Person, ist der Fokus am Ende nicht mehr auf dem Zurückhalten oder Nicht-Zurückhalten; dann ist es einfach das, was es ist. Und zwar deshalb, weil die Person nicht mehr da ist, während ein Zurückhalten mit einer bestimmten Person, mit einer Absicht, zu tun hat. AC: Jemand, der noch versucht, etwas zu tun oder nicht zu tun. BL: Ja, und natürlich stellt sich die Frage: wie komme ich dorthin - zwischen Zurückhalten und Unterdrücken? Und an diesem Punkt muß er aufhören, es mit dem Verstand zu versuchen. Er muß seinem Körper gestatten, es einfach zu tun. Es wird Momente geben, wo er sich überhaupt nicht zurückhalten kann, wo er anfängt, Orgasmen zu haben, die er nicht aufhalten kann, und das wird ihn an sich selbst zweifeln lassen. Der ganze Zweck des spirituellen Lebens ist es aber, an einen Punkt zu gelangen, wo es keinerlei Selbstzweifel mehr gibt. Er muß also eine seiner stärksten Verhaftungen aufgeben: den Zweifel an sich selbst. Und dann, verstehen Sie, gewinnt Gott immer mehr die Oberhand. AC: Und da der Zweifel an sich selbst aufgegeben oder transzendiert worden ist, kann die Fähigkeit, den Liebesakt auf nicht-egoistische, nicht-aggressive und nicht-dualistische Weise zu praktizieren, immer natürlicher werden. BL: Immer natürlicher, genauso ist es. AC: Und letztlich würde der Liebesakt dann sehr, sehr lange dauern - manchmal stundenlang? BL: Ich würde sagen, es gibt keine Unterbrechung: diese Anziehung ist immer da. Es ist nicht so, daß sie kommt und geht und man sich daher nicht mehr danach fühlt. Was ich den Leuten beibringe, ist, daß du aufgeben mußt, dich nach Liebe zu fühlen, und auch aufgeben mußt, dich nicht nach Liebe zu fühlen. Denn wenn man Lust auf Liebe hat, ist das egoistisch. Und wenn man keine Lust auf Liebe hat, ist das genauso egoistisch. Bei einem meiner letzten Treffen sagte jemand: "Aber wie kann man sich davon befreien, Lust auf Liebe zu haben oder keine Lust auf Liebe zu haben?" Das kennen wir alle. Der Mann liegt neben der Frau und fragt sich: "Werde ich oder werde ich nicht? Will ich oder will ich nicht?" Und ich habe geantwortet: "Sie machen doch immer Liebe." Wenn man etwas fortwährend tut, dann kann man nicht von Lust oder Unlust ausgehen, oder? Und die nächste Frage war: "Wie oft ist genug?" Und ich sage: "Nun, morgens, nachts und wenn möglich mittags." Ich nehme an, das schockiert alle, aber anderenfalls wirst du Lust haben oder keine Lust haben, nur weil du dich der Liebe nicht hingegeben hast. Wenn zwischen den Liebes-akten Pausen entstehen, verspürt man ein mentales oder biologisches Bedürfnis, eine Frau zu lieben - man ist ein Mann, man kann nichts dagegen tun - aber das ist ein Verlangen, und im spirituellen Leben kann man nicht verlangen. Siehst du, das ist Tantra. Ich bin der einzige westliche Tantra-Meister. Ich weiß schon, daß das nach Selbstbeweihräucherung klingt, aber ich höre niemanden die Wahrheit des Tantra sprechen, verstehen Sie. Ich hingegen bin sehr offen; ich bin offen hinsichtlich der Tatsache, daß ich ein Tantra-Meister bin. Als ich damals fünf Frauen aus der Gruppe hatte und sie alle auch physisch liebte, habe ich es meinen Leuten gesagt. Denn ich lasse keine Geheimnisse zu, und ich habe keine Geheimnisse. Ich gehe nicht in intime Details, aber ich möchte die Menschen auch nicht täuschen. Das ist mein Lebensstil, und wem es nicht gefällt, der muß eben gehen. Wer aber die Wahrheit hört, die ich sage, wird vielleicht etwas davon haben. Jemand hat mir aus Amerika einen Artikel über einen Tantra-Meister geschickt, ich glaube, es handelte sich um einen Tibeter. Einige Frauen in den Vereinigten Staaten haben gegen ihn prozessiert, und ich las in diesem Artikel, daß die amerikanischen Buddhisten als Reaktion darauf einen Verhaltenscodex für spirituelle Meister erlassen haben. Das ist ein völliger Widerspruch, denn natürlich treibt echtes Tantra keinen Mißbrauch. Tantra ist Liebe, ist Gott, der Gott im Dasein liebt. Und Gott treibt keinen Mißbrauch. Was mir so besonders mißfällt, ist die Heimlichtuerei dieser Leute. Dieser tibetische Lehrer hat den Menschen nicht gesagt, was los war - nämlich, daß er mit seinen Schülern schlief. Er hat nicht gesagt: "Ich bin ein Tantra-Meister, und das ist ein geheiligter Zustand." Wegen solcher Geschichten ist Tantra so in Verruf geraten, und wir haben Tantra-Schulen und Tantra dies und Tantra das - überall, wo ich hinkomme, höre ich das - von Menschen, die nicht wissen, wovon sie sprechen, weil sie nicht die von Gott gegebene Kraft haben. Es ist eine von Gott gegebene Kraft, ein Tantra-Meister zu sein, diese Kraft in seinem Körper zu haben; es ist ein von Gott gegebener Zustand, genauso wie Selbstverwirklichung oder Gottesverwirklichung ein Zustand ist, oder wie Erleuchtung ein Zustand ist. Es ist etwas, das von Gott gegeben ist, und es ist für die Menschen. Aber wenn man nicht mit den Menschen darüber spricht, wird Tantra von Kommentatoren, Schwindlern und Sexisten und Gott weiß von wem mißbraucht! Das versuche ich zu vermeiden, indem ich offen und ehrlich bin mit dem, was ich mit meinem Leben mache. AC: Das ist essentiell. BL: Ja, besonders bei einem so heiklen Thema. Die ganze Welt ist sexuell, ist Sex. Ich aber spreche über Gott, der aus Mann und Frau kommt, die Liebe machen. Ich spreche nicht über Orgasmen, sexuelle Befriedigung und Erregung. Ich spreche von etwas Reinem und Schönem, das daraus erwächst.
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