Your email address is kept confidential, and will never be
published, sold or given away without your explicit consent.
Thank you for joining our mailing list! Close |

|
|||||||||||||
|
Unsere Recherchen über Tantra waren eine faszinierende Erfahrung. Das war eine starke Herausforderung für uns, denn aufrichtiges Forschen erfordert auch immer eine ehrliche Selbstbetrachtung. Die meisten Verfechter von Tantra, die wir trafen, erklärten kühn, daß es absolut unerläßlich wäre, sich dem Ansturm der Sexualität direkt auszusetzen, denn gerade sie wäre das Mittel, um Angst, Verwirrung und Unwissenheit zu transzendieren, wenn man Erleuchtung finden will. Kann eine auf den ersten Blick so unglaubliche, wenn auch uralte Behauptung tatsächlich ihre Richtigkeit haben? Kann es sein, daß die Nutzbarmachung der Zeugungsenergie und deren Lenkung aufwärts - eher als nach außen - der Garant für unsere spirituelle Evolution ist? Nach Aussage der angesehenen Wissenschaftlerin Miranda Shaw glauben Tantra-Buddhisten, daß "… die Energie des Herzens freigesetzt werden muß, damit volle Erleuchtung erlangt werden kann … . Sie sind der Ansicht, daß nur die Energie, die durch die Vereinigung mit einem Partner entsteht, die Kraft hat, die notwendig ist, um ein über Jahrhunderte hinweg angesammeltes egoistisches Verhalten und Versinken in Illusion und Negativität zu sprengen." Margot Anand, die Mutter des modernen Tantra, behauptet, daß "… Erleuchtung durch spirituellen Orgasmus geschieht …" und erklärt: "Tantra ist eine Aktivierung aller in uns vorhandenen Energien. Dadurch, daß man die sexuellen Energien durch die einzelnen Chakren hindurchführt, kann man durch den Partner Ebenen der Ekstase und Zustände der Auflösung und des Einswerdens mit dem Göttlichen erreichen, die so stark sind, daß ich sicher sagen kann: Tantra ist eine Abkürzung." Und zu guter Letzt behauptet der Tantra-Meister Barry Long unzweideutig: "Daß die Menschen auf der Welt unglücklich sind, liegt hauptsächlich daran, daß Männer und Frauen vergessen haben, wie man körperlich liebt. Das ist die größte Tragödie aller Zeiten." Für uns stellt sich also die Frage: Wenn es bei Erleuchtung nie um etwas anderes als den Tod des Egos ging, wie könnte dann eine Herangehensweise an diese höchst anspruchsvolle, komplexe und unsichere Aufgabe, wo wir in die Büchse der Pandora der Sexualität eintauchen - selbst wenn es bewußt und in einem spirituellen Kontext geschieht -, uns schließlich von Angst, Unwissenheit und Verwirrung befreien? Könnte es sein, daß die ausgedehnte Ekstase, die das Geschenk des tantrischen Liebesspiels ist, nicht das ist, was sie zu sein scheint? Könnten das Bewegen von einer überaus starken Energie und die Erfahrung von höchster Wonne, die scheinbar die Unterwerfung des Egos bedeuten, in der Tat das genaue Gegenteil sein - nämlich die vollständige Befriedigung des Egos? Ist es wirklich wahr, daß Gegensätze sich vereinigen und auf physischer Ebene in undifferenzierter Fülle verschmelzen müssen, damit die Dualität transzendiert wird? Ist Erleuchtung im Körper - oder im Geist? Es gibt offensichtlich keinen Zweifel darüber, daß wir keine Angst vor unserem eigenen Körper oder vor dem anderen Geschlecht haben dürfen, wenn wir wahrhaft frei sein wollen, aber welche Rolle Sexualität im spirituellen Leben spielt, ist die GROSSE Frage. Ist der sexuelle Yoga, wie von einigen behauptet wird, der schnelle Weg zur Erleuchtung? Hat der bekannte Yoga-Meister Mantak Chia recht, wenn er uns sagt: "Man kann entweder 100.000 Stunden beten, oder man kann die sexuelle Energie bewußt die Wirbelsäule entlang nach oben lenken." Ehrlich gesagt sind wir uns nicht ganz sicher, aber hier sind einige außergewöhnliche Persönlichkeiten, die bestimmt jeden aufgeschlossenen Menschen dazu inspirieren werden, selbst sehr gründlich über diese Fragen nachzudenken.
|
|||||||||||||