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Von der Redaktion


Vor sieben Jahren begannen wir mit der Herausgabe von ...
 




Was ist Erleuchtung? und seither erhalten wir aus der ganzen Welt immer wieder Briefe von Menschen, für die der Name unseres Magazins eine offene Einladung darstellt, uns ihre Vorstellung von Erleuchtung mitzuteilen. Ganz gleich, ob es sich dabei um eine persönliche Offenbarung, ein Email mit den gesamten Abhandlungen von Immanuel Kant oder um Auszüge aus Schriften spiritueller Lehrer jeder nur vorstellbaren Denkrichtung – der Vergangenheit, der Gegenwart oder sogar von nicht verkörperten – handelt, die meisten unserer Korrespondenzpartner teilen uns darin ihre Überzeugung mit, dass ihre die definitive Antwort ist, die uns eigentlich jeder Mühe enthebt, noch weitere Nummern herauszugeben.

Die Einführung zu dieser Ausgabe war für uns die schwierigste bisher, denn dieses Heft war der dickste Brocken, an den wir uns je gewagt haben. Wie konnten wir nur! Und nach dem ersten Bissen war unser Mund so voll (von verwirrenden Widersprüchen), dass wir mittendrin innehielten und uns fragten: „Sollen wir das wirklich machen?“ Darum beschlossen wir nach etlichen bis tief in die Nacht dauernden Diskussionen den Kopfsprung zu wagen und den ersten, überwältigend großen Bissen zu schlucken: Was ist Erleuchtung? Gibt es überhaupt jemanden, der weiß, worum es geht? Was ist das für eine Frage? Wissen wir, wovon wir sprechen? Trauen wir uns zu wissen, wovon wir sprechen? Wagt irgendjemand zu wissen, wovon er spricht? Nun, da heutzutage immer mehr Menschen zumindest meinen zu wissen, wovon sie sprechen, und angesichts dieses anti-hierarchischen, anti-autoritären, anti-absoluten, anti-Erleuchtungs – hoppla!, das hätten wir besser nicht gesagt – spirituellen Klimas, in dem wir leben, wurden wir schließlich neugierig herauszufinden, was die GANZ GROSSEN über das GROSSE WORT zu sagen haben. Wir nahmen noch einen Bissen und er blieb uns beinahe – diesmal wirklich – im Halse stecken, als sich nämlich herausstellte, dass praktisch alle unterschiedlicher Meinung sind! Unterschiedlicher Meinung worüber? Über alles! Einige Buddhisten sind anderer Meinung als andere Buddhisten, Buddhisten allgemein sind anderer Meinung als die Hindus, die Hindus sind in der einen oder anderen Weise einer Meinung mit allen anderen. Moment mal, was ist Erleuchtung denn eigentlich? Dann, nach einigen festen Schlägen auf den Rücken, damit wir nicht an dem Bissen erstickten, verschluckten wir uns gleich wieder, als wir nämlich feststellten, dass der Gründer dieser Zeitschrift, Andrew Cohen, denkt, dass er weiß, wovon er spricht, und dass eine Menge Leute nicht seiner Meinung sind. Was sollen also wir tun (wir sind seine Schüler)? Wieso weiß er (er ist unser Lehrer), wovon er spricht? Da steckte uns der Bissen schon wieder im Hals, denn er kam gerade herein und machte uns klar: Wenn wir nicht anhand unserer eigenen Erfahrung herausfinden können, was Erleuchtung ist, wie können wir dann jemals wissen, ob er weiß, wovon er spricht, oder ob überhaupt jemand weiß, wovon IRGENDJEMAND spricht! Aber wie können wir es wissen? Wie können wir unserer Erfahrung jemals so weit trauen, dass wir letztlich sagen können: Jetzt wissen wir. Wissen wir, weil jemand, dem wir vertrauen, es uns gesagt hat? Oder weil wir eine spirituelle Erfahrung hatten, die unser Bewusstsein so weit transformiert hat, dass wir nun verbindlich sagen können: Wir wissen. Aber wie können wir wissen, dass wir wissen? Und wie können Sie, die Leser, wissen, dass wir wissen, wovon wir sprechen? Oder wie kommt es, dass Sie so sicher sind, dass wir nicht wissen, wovon wir sprechen? Einen Moment mal! Was ist hier eigentlich los? Und wo ist überhaupt das Sandwich geblieben? – Wir haben es über unser Gedankenspiel ganz vergessen. Aber im Ernst, es ist trotzdem eine gute Frage: Was ist Erleuchtung? Gibt es überhaupt jemanden, der weiß, worum es geht? Seid ihr noch alle da? Wir sind natürlich an diesen so verblüffenden, verwirrenden, den Verstand ins Wanken bringenden, zum Denken stimulierenden und ach-so-ärgerlichen Fragen, Fragen, Fragen höchst interessiert. Und was ist mit dieser modernen Neo-Advaita-Bewegung, die zum EST der 90er Jahre geworden ist und was ist damit, dass jeder davon spricht, „es zu haben“, und was ist andererseits mit den Buddhisten, die uns sagen, dass wir es unmöglich in diesem Leben erreichen werden – was sollen wir daraus schließen? Der Buddha „erreichte es“ in seinem Leben. Ramana Maharshi „erreichte es“ in wenigen Minuten. („Aber wie viele Ramana Maharshis und Buddhas gibt es?“) Aber Moment mal – nach Ansicht zumindest eines Shankaracharyas, einer der höchsten Autoritäten im Hinduismus und ganz sicher ein GROSSER, konnte Ramana nicht erleuchtet gewesen sein, weil er kein echter Vedantin war. Warum nicht? Weil er die Schriften nicht studiert hatte! Jetzt wissen wir wirklich nicht mehr, wovon wir sprechen! Der Buddha sagte, Form ist Leere und Leere ist Form, und doch scheint unter den Buddhisten eine ernsthafte Meinungsverschiedenheit darüber zu bestehen, was Leere wirklich ist.

Wie kann das alles überhaupt für irgendjemanden einen Sinn ergeben? Vielleicht sollten wir den Einstein des Bewusstseins fragen, den Hohepriester selbst, Ken Wilber. Aber Moment mal – er hat gerade gesagt, er weiß, dass er es in diesem Leben nicht schaffen wird. Aber wie kann er das wissen? Oh Mann! Wohin wird das alles führen?

Also, wenn Sie verrückt genug waren, bis hierhin zu lesen, dann blättern Sie einfach um und finden Sie es heraus!

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WIE Ausgabe 3:
Unsere Ausgabe zum Thema Advaita und Buddhismus


Eine Auseinandersetzung mit Buddhismus und Advaita Vedanta. Interviews mit: Seiner Heiligkeit dem Dalai Lama, Stephen Batchelor, Ramesh Balsekar, Helen Tworkov, Vijai Shankar, Frances Vaughan, Swami Dayananda, Peter Masefield



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