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What is Ego?


Ein Bericht aus den Schützengräben ...
von Andrew Cohen
 






Andrew Cohen
Letztendlich ist es wirklich schwarz und weiß. Aber natürlich hängt alles davon ab, wie ernsthaft unser Interesse an echter und wirklich radikaler Transformation tatsächlich ist. Deshalb herrscht auch so viel Verwirrung, wenn es um das Thema dieser Ausgabe von Was ist Erleuchtung? geht. Weil unsere Fähigkeit, das wahre Gesicht des Ego zu erkennen, es als das zu sehen, was es tatsächlich ist, gänzlich davon abhängt, wie weit wir auf dem spirituellen Weg bereit sind zu gehen..

Eine einfache psychologische Definition des Ego könnte in etwa lauten: das „selbstorganisierende Prinzip”, jene überaus wichtige Kommandozentrale in der Psyche, die die einzelnen Aspekte des Selbst koordiniert. Und diese Kommandozentrale muss in einem guten Betriebszustand sein, damit der Mensch in der Welt mit einem vernünftigen Maß an Handlungsfähigkeit funktionieren kann. Das Ego als Prinzip, um sich selbst zu organisieren, ist weder positiv noch negativ; es funktioniert mechanisch und hat daher selbst auch kein Eigenleben. Es gibt aber auch noch eine andere Definition des Egound sie gab Anlass zu der Untersuchung, die dieser Ausgabe von WIE zu Grunde liegt; in dieser Definition hat das Ego ein Eigenleben. Das menschliche Gesicht dieses Ego ist Stolz, arrogante Selbstanmaßung, narzisstische Selbstverliebtheit, das Bedürfnis, sich selbst zu allen Zeiten, an allen Orten und unter allen Umständen als separat zu sehenund dieses Ego ist der erbitterte Feind von allem, was in der menschlichen Erfahrung heilsam ist. Wenn dieses Ego demaskiert ist und direkt als das erkannt wird, was es ist, endlich unverhüllt von den anderen Ausdrucksformen der Persönlichkeit, dann steht man buchstäblich einem Dämon gegenüberein Dämon, dessen Existenzgrundlagen Macht, Beherrschen, Kontrolle und Trennung sind, der sich nur um sich selbst kümmert und der die Absicht hat, alles und jedes zu zerstören, das gut und wahr ist, um unbeschadet und stets als Herr der Lage überleben zu können. Dieser Dämon besitzt nicht die Fähigkeit zu Anteilnahme, Mitgefühl, Großzügigkeit und Liebe; er genießt seine absolute Unverletzlichkeit; und, was am schlimmsten ist, ihm wird niemals etwas heilig sein.




Aber davon wusste ich nichts, als ich vor vierzehn Jahren den Pfad zur Befreiung zu lehren begann. Damals hatte ich keine Vorstellung von dem enormen Ausmaß des Kampfes, den ich mit dem Wagnis, andere ans andere Ufer zu führen, aufgenommen hatte. Damals dachte ich, dass die spirituelle Erfahrung, eine Ahnung von der wunderbaren und grenzenlosen Tiefe des Selbst jenseits von Zeit und Verstand zu bekommen, dem Suchenden genug Ehrfurcht und Staunen einflößen würde, um ihm die Kraft zu geben, allem zu begegnen, dem es zu begegnen galt, und alles zu ertragen, was ertragen werden musste, um frei zu sein. Aber welch ein Irrtum! Damals wusste ich noch nicht, dass für die meisten Suchenden Erleuchtungserfahrungen nicht das Ende des Weges darstellen, sondern erst dessen Anfang. Es stimmt, dass es ohne diese Tiefe der spirituellen Erfahrung für den Suchenden sehr schwierig ist, an die Möglichkeit seiner Befreiung ernsthaft zu denkenaber sogar dann, wenn ein Mensch diese Tiefe des Selbst erfahren hat, wenn wir uns wirklich entscheiden müssen, wenn wir mit dem Rücken zur Wand stehen, wenn wir wie Jesus oder der Buddha direkt in die dunkelsten Bereiche der menschlichen Seele blicken müssen, wie viele von uns werden solch eine ausschließliche Liebe für die Wahrheit haben, um mutig, unerschütterlich und unbewegt zu bleiben?

Ich kann euch nicht sagen, wie oft ich den erschreckenden und oft auch schockierenden Wandel der Persönlichkeit eines Menschen miterlebt habe, wenn diese unmissverständlich mit der Wahrheit ihrer eigenen Gespaltenheit, Heuchelei und Täuschung konfrontiert wurde: Von einem Moment zum nächsten kann sich eine warme, intelligente, sensible und scheinbar liebevolle Persönlichkeit verwandeln, zum Antlitz des reinen Ego werden, eine Fratze narzisstischer Wut, weil sie bloßgestellt worden ist. Derartige Erfahrungen waren der Grund dafür, dass ich unzählige Stunden über diese Fragen nachdachte: Was ist die Persönlichkeit? Wer ist das Individuum? Es scheint, dass es am Ende wirklich schwarzweiß ist, einfach deshalb, weil die Tatsache, wer wir sind, davon abhängig ist, wem wir uns in Loyalität verpflichtet fühlen. Dem narzisstischen Ego? Oder dem spirituellen Herzen? Natürlich können wir die Antwort auf diese Frage nur dann finden, wenn wir geprüft werden, ansonsten wird die Wahrheit über unsere Situation unweigerlich verhüllt bleiben, maskiert von Vorstellungen von uns selbst, die auf den Bedürfnissen des Ego basieren, sich immer in einem positiven Licht wahrzunehmenauch wenn es sich als Opfer sieht.

Wer wir sind und in welcher Weise wir das, was wir erleben, und die Welt um uns herum wahrnehmen, hängt davon ab, wem wir uns verpflichtet fühlen. Die Perspektive des Individuums, das den Willen des eigenen Ego dem spirituellen Herzen untergeordnet hat, unterscheidet sich drastisch von der Perspektive eines Menschen, der das nicht getan hat. Es ist aber wichtig zu verstehen, dass auf Grund der Tatsache, dass das Ego in der Lage ist, sich jedes inneren Rufes der menschlichen Seele zu bemächtigen, um weiterhin die Kontrolle behalten zu könnensogar der Sehnsucht nach Befreiung, es normalerweise nicht möglich ist, definitiv zu sagen, wer es eigentlich ist, der behauptet, frei sein zu wollen, bis zu dem Moment, wenn unser Glaube und unsere Liebe zur Wahrheit auf die Probe gestellt werden. Erst dann können wir wirklich herausfinden, wer wir tatsächlich sind und welcher Teil von uns an den Fäden unseres Geschicks

Ernsthaft den spirituellen Weg zu beschreiten heißt herausfinden, aus welchem Stoff wir gemacht und wie viel wir tatsächlich aufzugeben bereit sind, um unserem Gefühl des Getrenntseins ein Ende setzen zu können. Der Preis für diese Art tiefer und essenziell befreiender Einfachheit ist für die meisten zu hoch, denn dieser Preis ist der Tod des Ego. Und was heißt das? Das heißt, dass wir uns mit all unserem Sein darum bemühen müssen, uns von allen erdenklichen groben und subtilen Anhaftungen an das narzisstische Ego zu reinigen, diesen Dämon der falschen Individualität, der sich als wir selbst ausgibt und dessen Aufgabe es ist, uns um jeden Preis von unserem eigenen Herzen getrennt zu halten.

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WIE Ausgabe 4:
Unsere Ausgabe zum Thema: Ego


Ist das Ego unser erbittertster Feind auf dem spirituellen Weg oder unser stärkster Verbündeter in den Wechselfällen des Lebens? Beiträge von: Ammachi, Pater Dionysios, Yogi Amrit Desai, Jack Engler, Robert Frager, Otto Kernberg, Zen Meister Sheng-Yen



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