Your email address is kept confidential, and will never be
published, sold or given away without your explicit consent.
Thank you for joining our mailing list! Close |

|
||||||||||||||
|
Einleitung
Der Film erzählt die Geschichte eines jungen Strafverteidigers, gespielt von Keanu Reeves, der an einem kleinen Bezirksgericht in Florida seinen Mandanten im Gerichtssaal in einer ununterbrochenen Erfolgsserie jedes Mal zum Sieg verhilft. Er nimmt das Angebot an, für eine sehr große und überaus finanzstarke internationale Anwaltskanzlei in New York zu arbeiten, die von einem Mann mit dem verdächtigen Namen John Milton geleitet wird. John Milton wird von Al Pacino gespielt und ist ein charismatischer, charmanter und selbstsicherer Mann, der auf dem internationalen Parkett seine Fäden zieht und ein ungewöhnlich starkes Interesse am Schicksal dieses jungen Anwalts mit der steilen Karriere zeigt. Im weiteren Verlauf der Geschichte steckt der Teufel buchstäblich in den Details, und Keanu Reeves wird zum ahnungslosen Schützling dieses einflussreichen und hoch angesehenen Mannes, der, wie wir bald erfahren, kein anderer ist als Satan selbst Zu jener Zeit befand ich mich bereits seit vielen Jahren auf dem spirituellen Weg und war beeindruckt von der Kraft, mit der der Film Satan darstellte, dessen Name sich aus einem alten hebräischen Wort ableitet, das „Widersacher” bedeutet. Hier gab es plötzlich tatsächlich einen Teufel, den ich als einen wirklichen spirituellen Gegner bezeichnen konnte, ein Teufel, dessen diabolische und dennoch beunruhigend menschliche Eskapaden den abgedroschenen Ideen von Sünde, Vergehen, Stolz, Versuchung und dem Bösen neues Leben einhauchten. Diese moderne übernatürliche Parabel begann mir die Augen dafür zu öffnen, was das Konzept des Teufels für den spirituellen Sucher tatsächlich bedeuten könnte, und hatte damit auf mich zweifellos die gleiche Wirkung wie Faust, Paradise Lost, The Devil and Daniel Webster und wohl noch zahllose andere künstlerische Werke zu diesem Thema auf vergangene Generationen. Was die in meiner Heimatstadt übliche Spiritualität anbelangt, die von Feuer und Schwefel, Hölle und Buße sprach, war ich zwar genauso skeptisch wie zuvor, trotzdem konnte ich die Idee des Teufels und die plastische Darstellung der Herausforderungen, mit denen wir alle auf dem spirituellen Weg konfrontiert werden, auf einmal auf ganz neue Weise würdigen. Dabei half mir die Tatsache, dass die Hauptfigur in der Geschichte den klassischen Versuchungen der Eitelkeit, der Lust, des Ehrgeizes und der Gier in einer Weise erliegt, die sich beunruhigend leicht mit der eigenen Erfahrung verbinden lässt. Die Konsequenzen der Handlungen der einzelnen Personen werden in dem Film sehr deutlich. Sich mit seiner Seele den Todsünden der Eitelkeit, der Gier und des Ehrgeizes zu überlassen, bedeutet, Satan selbst seine Seele zu verkaufen Als wir mit unseren Nachforschungen zum Thema dieser Ausgabe der Zeitschrift begannen und den Fragen nachgingen: Was ist das Ego?, Was genau ist unser Gegner auf dem spirituellen Weg?, setzten wir den Film Im Auftrag des Teufels schnell auf unsere Liste der zahlreichen Bücher und Videos, unter ihnen sowohl Klassiker als auch moderne Werke, die das Thema des Teufels im spirituellen Leben ansprechen. Obwohl der Teufel im heutigen Informationszeitalter ein wenig von seinem Glanz verloren hat, geht von der Gestalt des Satan immer noch eine ungeheure Faszination aus. Die Fülle an Material aus jüngerer Zeit, das sich dem Studium dieses Themas widmet, bezeugt dies. Als personifizierte Kraft böser Absichten in der menschlichen Seele hat das Schreckgespenst des Teufels die moralischen Vorstellungen des Westens seit dem Aufkommen des Christentums vor zweitausend Jahren beherrscht. Heute hat es fast den Anschein, als gäbe es ein neu erwachtes Interesse an den Ideen, die seinen Mythos geschaffen und aufrechterhalten haben. Wenn auch die religiöse Inbrunst, die häufig mit der Vorstellung von Satan einherging, in unserer Kultur auf wohltuende Weise zurückgegangen ist, so fragen wir uns doch: Könnte es sein, dass er immer noch Aspekten unseres spirituellen und moralischen Lebens Ausdruck verleiht, die sich gar nicht so leicht in einen modernen Kontext übertragen lassen? Der Teufel mag ja in unserer psychologisch informierten Gesellschaft aus gutem Grund keinen Platz mehr haben. Der Autor, Gesellschaftskritiker und Professor der Geisteswissenschaften an der Universität Columbia, Andrew Delbanco, betont in seinem Buch The Death of Satan jedoch: „Trotz des Verlustes der alten Begriffe und Moralkonzepte Dies alles hatten wir im Hinterkopf, als wir uns auf die Suche nach jemandem begaben, der in der Lage war, etwas Licht auf die Gestalt des Teufels zu werfen, diesen stolzen und zeitlosen Geist, den Al Pacino auf der Kinoleinwand mit einer solchen Intensität lebendig werden ließ. Und wir dachten uns, dass es dafür keinen besseren Weg gab, als beim Regisseur dieses preisgekrönten Filmes selbst anzufangen. Ich rief also bei Taylor Hackford an, der sofort zurückrief, als er erfuhr, dass es in dieser Ausgabe unserer Zeitschrift um die Frage ging: Was ist das Ego? „Ja, genau darum geht es auch in dem Film Im Auftrag des Teufels!” meinte er und erklärte sich in großzügiger Weise damit einverstanden, sich mit mir darüber zu unterhalten. Offensichtlich war Hackford zusammen mit seinem Drehbuchautor und Mitarbeiter Tony Gilroy die wichtigste kreative Kraft, die für die provozierenden Ideen verantwortlich ist, die diesen Film so lebendig machen. Vom ersten Augenblick unserer Unterhaltung an sprach er mit großer Leidenschaft über die Botschaft hinter dieser fesselnden, modernen Moralgeschichte und erläuterte, warum der alte Mythos vom unermüdlichen Meister der Verführung namens Satan am Ende des zweiten Jahrtausends immer noch für uns alle von Bedeutung ist.
|
||||||||||||||