Your email address is kept confidential, and will never be
published, sold or given away without your explicit consent.
Thank you for joining our mailing list! Close |

|
|||||||||||||
|
EIN BUND DES VERTRAUENS Als neuer Leser von WIE möchte ich den Redakteuren meine Anerkennung zu der „erleuchtenden” Frühjahr/Sommer-2000-Ausgabe aussprechen, die dem besseren Verständnis des Begriffs Ego gewidmet ist. Archimandrite Dionysios („Der innere Feind”) zum Beispiel interpretierte die Versuchung Jesu in der Wüste als die logische Folge eines Lebens der Askese, in dem man lernt, „jeden Moment zum Sterben bereit zu sein”. Das ist für mich ein sehr starkes und in mein eigenes Leben integrierbares Bild. Vielleicht kann ich in der nicht-asketischen Welt leben und mein Ego dabei beobachten, wie es jede Anstrengung unternimmt, um das zu bekommen, was es will. Dieser Prozess macht es vielleicht möglich, sich den Wünschen des Egos gegenüber ganz zu verschließen, wenn sich Versuchungen zeigen Ebenso beeindruckt war ich von der Lehre von Mata Amritanadamayi („Wenn du das Ego überwindest, wirst du zum Geschenk für die Welt”), die ebenfalls davon sprach, dass man dem Ego gegenüber sterben müsse. Auf die Frage, wie es sein kann, dass manche spirituelle Lehrer bestimmten, vom Ego ausgelösten Verhaltensformen zum Opfer fallen, antwortete sie, dass diese Menschen nicht wirklich selbstverwirklicht sind. In Übereinstimmung damit antwortete Meister Sheng-yen („Kein Entrinnen für das Ego”) auf dieselbe Frage, dass diese Menschen meinen, sie wären erleuchtet, es aber nicht sind. Sheng-yen sagt auch, dass vom Ego getriebene Lehrer sich aller moralischen Verpflichtung, die für Nicht-Befreite gelten, enthoben fühlten. Schließlich hielt er diesen Lehrern den Buddha entgegen, der auch im erleuchteten Zustand weiter den Vorschriften der Lehre folgte. Lassen Sie mich Andrew Cohen für sein sehr einfühlsames Interview mit Amrit Desai („Yoga, Ego und Läuterung”) ein großes Kompliment machen. Er war für die Ideen des Lehrers offen und führte ein beispielhaftes Interview. Es gab viele gute Punkte bei Yogi Desai, mit denen Herr Cohen übereinstimmte und die meiner Meinung nach den gesunden spirituellen Prinzipien gerecht wurden. Aber zum Ende des Interviews macht Yogi Desai folgende Feststellung: „Ich betrachte nichts als falsch oder schlecht. Es ist alles nur eine Erfahrung.” Dieser Aussage mangelt es in erstaunlicher Weise an Verantwortungsbewusstsein, in Anbetracht der Umstände, die Yogi Desais Anwesen in Kripalu kennzeichnen. Es fällt mir schwer zu verstehen, wie die Argumente, die er zur Rolle des Gurus als Beispiel für seine Anhänger anführt, mit spiritueller Integrität in Einklang stehen. Ich sehe keinerlei Gefühl von persönlicher Verantwortlichkeit hinsichtlich seiner Beziehung zu seinen Schülern. Er argumentiert sogar so, dass es ihre Projektion auf ihn war, die ihnen Schmerz und Enttäuschung verursachte, und nicht sein Verhalten. Es scheint mir, dass das Vertrauensverhältnis, das eingegangen wird, wenn jemand Anhänger auf dem spirituellen Weg akzeptiert, unter keinen Umständen gebrochen werden darf. So wie verantwortungsvolle Eltern das tun, übernimmt auch ein vertrauenswürdiger Guru die volle Verantwortung für die Integrität der Beziehung, wenigstens zu Beginn. Ein Vertrauensverhältnis ist zerbrochen worden Yogi Desai gibt zu verstehen, dass er nicht vollkommen erleuchtet ist, und das spricht für ihn. In Anbetracht dieses Eingeständnisses frage ich mich allerdings, warum Deepak Chopra ihn zur Leitung seines neuen Ashrams ausersehen hat? Ist mir da etwas entgangen? Dr. Phil. Nancy Murray Mount Washington, Massachusetts ENTMUTIGENDE AUSSICHTEN Endlich war die neueste Ausgabe von WIE angekommen, und natürlich stürzte ich mich gleich begierig hinein. Die Lektüre des Interviews von Andrew Cohen mit Amrit Desai hat mich ziemlich verstört. Es erheben sich so viele Fragen; ich weiß gar nicht, wo ich beginnen soll. Es ist eine sehr interessante Erfahrung, wenn man „Mithörer” bei einer Diskussion zwischen zwei spirituellen Lehrern der modernen Zeit ist. Die erste Frage, die sich für mich stellte, war: „Warum schauen wir zum Guru, und wonach suchen wir?” In jedem anderen Studienzweig ist das Ziel klar definiert und es gibt ein logisches Voranschreiten in den erreichten Erfolgen bis hin zum Gipfelpunkt des Studienabschlusses. Ich glaube, der Schüler eines spirituellen Lehrers befindet sich in einer Position von großer Verletzlichkeit. Wie dieses Interview zeigt, kann es keine Garantien geben, weder hinsichtlich des Ziels, noch der Praktiken und nicht einmal dafür, ob der, der lehrt, das Ziel erreicht hat. Diese beiden Lehrer scheinen darin einer Meinung zu sein, dass „spirituelle Erfahrungen” nicht das Fehlen des Ego garantieren. Das ist höchst verwirrend! Wenn der erleuchtete Meister als menschliches Wesen lebt, mit dem Ego und allem Übrigen, was soll das dann überhaupt? Desais Aussage, dass es „immer einen bestimmten Grad an Integrität gegeben hat”, ergibt einfach keinen Sinn. Wie kann es Grade von Integrität geben? In meinem Wörterbuch finde ich unter „Integrität”: Ganzsein; moralische Reinheit; Aufrichtigkeit. Einerseits stellt Amrit Desai fest, dass „… es die Funktion des Schülers ist, wie ein Schwan die Milch vom Wasser trennen zu können”, aber andererseits sagt er: „Ich würde mir wünschen, die Schüler wären weniger beurteilend. Denn es kommt mit großer Wahrscheinlichkeit zu Beurteilungen Alles in allem sind es sehr entmutigende Aussichten, wenn man bedenkt, dass man sich als Schüler einem Guru vollständig hingeben soll, der zugibt, dass er Druck macht und das Vertrauen testet, so wie das andere Gurus getan haben, indem sie Verkehr mit Prostituierten hatten, strenge Praktiken und Entsagung vorschrieben, usw., wenn man nicht einmal sicher sein kann, dass der Guru seiner eigenen Lehre folgt. Dieser Artikel hat eine Menge Fragen in mir aufgerührt, wie zum Beispiel warum ich meine eigene Integrität aufgeben soll, um die Rolle des Schülers anzunehmen, wenn das Ziel ungewiss ist, der Weg unklar und der Lehrer nicht integer. Heather Braun ES LIEGT AM SCHÜLER Die neue WIE über das EGO hat mich erreicht und wie immer lese ich sie mit Begeisterung. Was mir diesmal auffällt ist ein moralischer Ansatz. Es scheint mir eine subtile Bewertung Eurerseits zu geben. Ihr scheint den Lehrern des Advaita vorzuwerfen, sie seien gewissermaßen verantwortungslos gegenüber ihren noch nicht so weit entwickelten Schülern. Die Schüler könnten das Ganze zu leicht nehmen und die Aussage, „das Ego ist eine Illusion” mißverstehen und zum Anlass nehmen, ihrem Ego weiterhin auf den Leim zu gehen. Meine Erfahrung nach 20 Jahren ist die: Es ist der Schüler, der die Erfahrung leicht nehmen will, der einen Anlass sucht, weiterhin seiner Bequemlichkeit und damit seinem Ego zu folgen. Jeder sucht sich den Meister und den spirituellen Ansatz, der für ihn hilfreich ist. Hilfreich ist doch auch das, was mir am Ende vor Augen führt, dass ich vor der Wahrheit auf diesem Weg davongelaufen bin. Liegt es nicht letztendlich nur an dem ungebrochenen Willen des Suchenden selbst, die Wahrheit zu erkennen? Wenn ich nicht will, nützt mir das beste Konzept und der beste aller Meister nichts und umgekehrt: wenn ich will, hilft mir jeder Weg und jeder Lehrer, weil dann die ganze Welt mein Lernfeld ist. Richtet Ihr Eure Fragen nicht einfach an die falsche Adresse Ich persönlich erkenne meine Wahrheit in dem, was Nisargadatta Maharaj betont, dass die höchste Bedeutung dem inneren Meister zukommt. Mariam Sura Baden-Baden, Deutschland KEINEN SCHATTEN WERFEN Andrew Cohens Interview mit Amrit Desai hat mich absolut mitgerissen. Läutert Yoga das Ego? Funktioniert das Yogasystem als spirituelle Suche nach Befreiung tatsächlich? Könnte ein System, das mystische Erfahrungen von Einheit und Ekstase verspricht und diese auch bringt, und durch das Meisterschaft in Konzentration und Selbstdisziplin entwickelt wird, eine zwingend notwendige Untersuchung und Läuterung der Motive unbeachtet lassen? Es scheint mir, als hätte sich der überwiegende Großteil von Yoga-Praktizierenden und Meistern nicht die Mühe gemacht, herauszufinden, was ein absolut reines Motiv ist Sehen Sie sich Amrit Desai an. Es scheint ihn weder zu interessieren noch nimmt er überhaupt zur Kenntnis, dass er die Yamas und Niyamas (moralische und ethische Verhaltensregeln) ganz offensichtlich missachtet, und dasselbe gilt für die verheerende Wirkung, die er auf seine Schüler hatte. Weil er ein Kundalini Yoga Meister ist, erwarten wir ein lebendiges Beispiel von einem Meister zu sehen, der in der Lage ist, frei von „grundlegender Widersprüchlichkeit” zu sein, wie Cohen es ausdrückt. Und doch scheint es, als wäre das Amrit Desais letzte Sorge. Was er denen anbietet, die sich für Yoga als Pfad zur Vollendung interessieren, ist sein Eingeständnis: „Die Praxis von Yamas und Niyamas wird immer schwieriger, je weiter die Entwicklung fortschreitet.” Wenn das seine Erfahrung ist, dann bringt er damit zum Ausdruck, dass es keine Garantie dafür gibt, wie seine nächsten Handlungen aussehen werden. Ist das wahre Meisterschaft? Sind noch mehr Betrug und das Herz verschließende Verwüstung zu erwarten? Yogi Desai ist ein Beispiel dafür, wie die Praxis von Yoga an und für sich das Ego nicht läutert. In einer seiner Fragen stellt Andrew Cohen zur Diskussion, dass „das Transzendieren des Ego absolut vom vollkommen festen Verwurzeltsein in Yamas und Niyamas abhängig ist.” Aus diesem Dialog ließe sich schließen, dass der Einsatz für diese Art von Verankertsein und die Läuterung des Ego einfach nicht Teil der Sichtweise ist, die Desai vom Yoga der Befreiung hat. Lisa Andrews, Yogalehrerin Cambridge, Massachusetts, USA MAN KANN ALLES HABEN Die letzte Ausgabe von WIE „Was ist das Ego? Freund oder Feind” ist eine eindrucksvolle und interessante Informationsquelle zum besseren Verständnis des Ego. Es gefällt mir ganz besonders, dass das Magazin ein volles Spektrum der Möglichkeiten präsentiert, wie das Ego definiert werden kann. Welch ein Genuss, über Scheich Ragip/Robert Frager Ich ziehe den Hut vor dem Interview mit Kaisa Puhakka („Das Transpersonale Ego: eine neue Struktur?”) und ihren Gedanken zum transpersonalen Ego. Wenn sie empfahl, dass jeder sein Leben gehen möge, ohne unbedingt ständig auf die richtige Landkarte zu sehen, hatte ich das sichere Gefühl, dass sich mein Ego jetzt gleich gemeinsam mit meinem Hut davonmachen würde. Es gibt nichts Besseres im Streben nach Erleuchtung, als in einen weiteren befreienden Gedanken geschleudert zu werden. Ich muss erwähnen, wie sehr mich Paul Lowes („Selbstakzeptanz oder Ego-Tod?”) Worte: „Es IST einfach!” freuten. Was für eine allumfassende Sicht. Mein Bewusstsein ist mehr als bereit, ein ganz lautes JA zur Unterstützung des EINFACH-SEINS, von dem er spricht, beizusteuern. Diese drei Punkte halfen mir dabei zu sehen, wie sich das Bewusstsein der Menschheit in einfacher und natürlicher Weise durch Transzendieren des Getrennt-Seins entwickelt. Warum wird allerdings in Freund oder Feind unterschieden, wenn sich das Ego so zeigt? Warum eine bestimmte Interpretation in eine Schachtel mit einem Etikett stecken? Für mich würde die Freiheit des Ausdrucks in jedem Moment die Beseitigung aller Schachteln bedeuten. In einem Moment kann einem Umstand am besten Rechnung getragen werden, wenn man die traditionelle Vorstellung vom Ego ins Spiel bringt, und im nächsten Moment ist vielleicht eine gänzlich neue Sicht die am besten handzuhabende Wahrheit. Wer weiß? Vielleicht sagt mein Ego, du kannst alles haben? Helen Borth Milwaukee, Wisconsin, USA IRGEND JEMANDEM MUSS MAN DIENEN Der Artikel über Archimandrite Dionysios Lehre und Verständnis des Ego gefiel mir besonders gut. Ich habe gute Nachrichten für euch und eure Leser. Gott erwartet von seinen Kindern nicht, dass sie ihr Grundwesen und ihre Persönlichkeit auslöschen, um zu ihm zurückzukehren oder mit ihm ausgesöhnt zu werden. Das Evangelium lehrt in überwältigender Weise den Nutzen, der darin liegt, ihn zu kennen, und damit ist das Leben gemeint, das volle Leben hier und jetzt; auf den Gläubigen wartet dann das ewige Leben. Im Christentum wird nicht viel über das Auslöschen der Persönlichkeit gesprochen. Aber die Schriften lehren auch, dass unbedingt Gott auf den Thron gesetzt werden muss. Jeder dient irgend jemandem. Die meisten Menschen dienen heutzutage in Wahrheit nur jenem Gott, den sie jeden Morgen im Spiegel sehen. Die Schriften fordern den Tod dieser Art von Arroganz, Egozentrik und Stolz, damit man wahrhaftig für den Dienst an dem einen und einzigen wahren lebendigen Gott wiedergeboren werde. J. K. Huston, Texas, USA DER MEISTER UND SEIN WAGENLENKER Ich bin überaus dankbar für die Zeit und Mühe, die ihr alle einsetzt, damit WIE erscheinen kann. Manchmal würde ich mir wünschen, ihr könntet mehr Nummern pro Jahr machen – aber dann stelle ich fest, dass es Monate dauert, bis ich das Material jeder einzelnen Nummer tatsächlich lese und verdaue, und ich sehe, welche Reaktionen in mir ausgelöst werden. Es ist wichtig, dass ihr so viele Perspektiven zu jedem Thema einbezieht und es uns Lesern überlasst, mit den fundamentalen Unterschieden zurechtzukommen. Nach Lektüre der Ausgabe „Was ist das Ego?”, hatte ich das Gefühl, dass in der Debatte etwas fehlte. Ich sah nirgends die Präsentation einer zusammenhängenden Sicht des „wahren Selbst” oder „göttlichen Selbst” als Komponente des Menschseins. Meine Bedenken können am besten durch die wohlbekannte Metapher vom Meister in seinem Wagen zum Ausdruck gebracht werden, die ich zum ersten Mal in der Lehre von Gurdjieff fand. Die Metapher beschreibt den Menschen als einen Wagen, Pferde, einen Wagenlenker und einen Meister, der in dem Wagen gefahren wird. Der Wagen ist der Körper, der den Menschen durch das Leben trägt. Die Pferde sind die Emotionen und Leidenschaften – die energisch in verschiedene Richtungen zerren, wenn sie nicht richtig an die Zügel genommen werden. Der Wagenlenker ist das Ego, und während der Meister schläft, bestimmt der Wagenlenker, wohin es geht. Der Meister ist das wahre Selbst und in der Reise durch das Leben als Unbeteiligter anwesend, solange er nicht geweckt worden ist. Sobald der Meister geweckt worden ist, ist es seine Rolle, dem Wagenlenker Anweisungen zu geben, ihm zu sagen, wohin es geht, und worauf er achten muss. Innerhalb dieser Metapher macht es keinen Sinn, den Wagenlenker (das Ego) zu bekämpfen oder zu töten, denn dann hätte man es mit einem unkontrollierten Wagen und unkontrollierten Pferden zu tun. Die zentrale Aufgabe ist es, den Wagenlenker unter Kontrolle zu bringen, damit das wahre Selbst, das geweckt worden ist, bestimmen kann, wohin es im Leben gehen soll, was zu tun ist und wie man leben muss. Es scheint mir, dass die Meisterung des Ego zu einem praktischen Thema wird, sobald man die Existenz des wahren Selbst akzeptiert, nämlich das eine vom anderen zu trennen, die Identifikation mit dem Ego zu beenden, und auch damit aufzuhören, in es zu investieren, und stattdessen zu lernen, das wahre Selbst zu nähren und darauf zu hören. Jake Chapman Somerset, U.K.
|
|||||||||||||