Your email address is kept confidential, and will never be published, sold or given away without your explicit consent.

Thank you for joining our mailing list!

Close
















Von dem, was ist, zu dem,
was sein sollte


Ein Interview mit Michael Lerner
von Andrew Cohen
 

1 | 2 | 3 | 4 | 5

Einleitung



Rabbi
Michael
Lerner
„Ich verstehe einfach nicht, wie jemand ein spiritueller Mensch sein kann, ohne sich dabei aktiv um die Transformation der Welt zu kümmern ”sagt Rabbi Michael Lerner. Als politischer Revolutionär, humanitärer, spiritueller Mentor, Psychologe und Herausgeber der Zeitschrift Tikkun, setzt er sich sehr stark für eine radikale Veränderung in diesem neuen Millennium ein. Sein unermüdliches Engagement, diese Welt von einer egozentrierten, raffgierigen und materiell ausgerichteten Welt zu einer zu transformieren, die sich auf der spirituellen Erkenntnis gründet, dass wir alle Teil eines untrennbaren Ganzen sind, ist ein inspirierendes Unterfangengelinde gesagt. Er ist ein leidenschaftlicher Mann, dessen tief mitfühlender Aufruf, zur Wahrheit unserer ungeteilten spirituellen Natur zu erwachen, nicht losgelöst werden kann von seinem Appell an uns Menschen, zu unserem eigenen Gewissen zu erwachen. Rabbi Lerner ist ein Idealist, der nicht nur auf philosophischer Ebene, sondern auch in der Praxis sehr aktiv ist, wenn es darum geht, wie wir diese Welt, die allem Anschein nach auf eine Katastrophe zusteuert, tatsächlich verändern können. Da er sich kompromisslos für eine umfassende Transformation der Gesellschaft einsetzt, die sich von hohen spirituellen Werten leiten lässt, war sein Beitrag zu unserer Fragestellung „Kann die Welt durch Erleuchtung gerettet werden?” unerlässlich.

Michael Lerner wurde in seiner Jugend sehr stark von Abraham Heschel, einem großen jüdischen Theologen der Moderne, inspiriert. Als Radikaler, der er während seines Philosophiestudiums in den sechziger Jahren an der Universität Berkeley war, kam er zu dem Schluss, dass die liberalen und fortschrittlichen Bewegungen deshalb erfolglos geblieben sind, weil sie die ethischen und spirituellen Dimensionen des Menschseins nicht berücksichtigten. Anschließend erwarb er seinen Doktorgrad in klinischer Psychologie und gründete das „Institute for Labor and Mental Health” (Institut für Arbeit und geistige Gesundheit). Als Psychotherapeut erkannte er dort, dass viele Menschen aus der Arbeiterklasse „nach rechts abdrifteten, weil die Liberalen die Entfremdung und Sinnlosigkeit, die sich durch die „Ich-komme-zuerst-Haltung” in der Wirtschaft manifestierte, nicht erkannten oder thematisierten.” Als unermüdlicher politischer Aktivist wurde er auch eine führende Persönlichkeit in der „Jewish Renewal”-Bewegung. Ihm wurde klar, dass die Liberalen eine „Politik der Sinnhaftigkeit” brauchten, und dass das Judentum dafür ein Fundament bieten konnte, worauf hin er 1986 die Zeitschrift Tikkun ins Leben rief. 1993 wurde er durch die Washington Post bekannt, die ihn den „Guru des Weißen Hauses” nannte. Es kam zu einer kurzen Begegnung mit den Clintons, die von seinem einflussreichen Buch The Politics of Meaning inspiriert waren. 1996 wurde er von Rabbi Zalman Schachter-Shalomi zum Rabbiner ordiniert und gründete die Beyt Tikkun Synagoge in San Francisco.

Da ich selbst ein spiritueller Lehrer bin, war es für mich sehr erfrischend, die kompromisslosen Ansichten von Rabbi Lerner zu hören. Auf dem spirituellen Marktplatz unserer westlichen Weltder viel zu oft tief sitzende Ängste und Bedürfnisse des Egos stillt, anstatt die offene Auseinandersetzung mit ihnen zu fördern, und der die vielschichtige Bedeutung spiritueller Erfahrungen unendlich verwässertstellt seine Intoleranz gegenüber dem Materialismus und den Ansätzen spiritueller Transformation, die letztendlich nur auf Selbstbezogenheit gründen, einen wichtigen Aufruf dar. Ich stimmte zwar seiner entschiedenen Aussage zu, dass spirituelle Evolution zu einer aktiven Transformation der Welt führen sollte, konnte jedoch nicht immer seine Ansicht nachvollziehen, dass Spiritualität und Politik direkt miteinander verbunden sein sollen.

Mit einer unbändigen Flut mitfühlender Betroffenheit drängt Rabbi Lerner jeden einzelnen von uns dazu, sich anzuschauen, wie weit wir uns unseren tiefsten Überzeugungen gegenüber tatsächlich verpflichten. Dieses lebendige Interview fand letzten Dezember in seinem Wohnzimmer in Berkeley Hills statt.

[ weiter zum Interview ] 1 | 2 | 3 | 4 | 5




artikel drucken

email an die redaktion

artikel versenden

inserieren

nachdrucken
abonnieren abonnieren geschenk abo


home | aktuell | archiv | bestellen | über wie
herausgeber | kontakt | links | site map
WIE Ausgabe 6:
Unsere Ausgabe zum Thema: Kann Erleuchtung die Welt retten?


Immer mehr Menschen sind heutzutage der Ansicht, dass jede Lösung, die eine umfassende Antwort auf die Krise unserer Welt sein soll, in ihrem Kern eine spirituelle Komponente bergen muss. Aber auf welche Weise kann denn Erleuchtung die Welt retten? Artikel und Interviews mit: Roshi Bernie Glassmann, Rabbi Michael Lerner, Ma Jaya Sati Bhagavati, Vimala Thakar und anderen …



full table of contents

buy this issue

Neues bei WIE
Letzte Neuigkeiten und Aktuelles!

E-Mail-Adresse hier angeben.