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Do Here Now!


Einführung zu dieser Ausgabe
von Andrew Cohen
 






Andrew Cohen
ICH WAR IMMER SCHON EIN SEHR UMSTRITTENER SPIRITUELLER LEHRER. WIESO? Weil ich den Leuten sage, dass es etwas zu tun gibt! Seit jeher erkläre ich meinen Zuhörern, Suchern, die zu mir kommen, um die gute Neuigkeit von der Befreiung hier und jetzt zu erfahren, dass es eine Menge zu tun gibt – wenn sie frei sein wollen. Aber heutzutage kommt es in gewissen Kreisen einer Blasphemie gleich, von Tun auch nur zu sprechen. Bei der Erleuchtung geht es doch wohl ums Sein, nicht ums Tun! „Wach auf!”, verkünden uns die Lehrer der Erleuchtung,„ Du hast dich im Strom der Zeit und des Werdens verirrt und bist nun davon überzeugt, dass es ein Selbst gibt, das dieses tut und jenes macht. Darin liegt das Problem. Wach auf und erkenne, dass es nur reines Sein gibt – es gibt weder einen Handelnden noch gibt es etwas zu tun, außer, diese einfache und doch absolute Wahrheit zu erkennen. Ruhe für immer im Sein und sei frei!”

Doch jene haben sich in der Vergangenheit – der uralten, überholten Vergangenheit – verirrt. Seit Ende der längst verstaubten sechziger Jahre, als Hunderttausende von uns entdeckten, dass es Erleuchtung gibt, haben wir dieselbe unbarmherzige, ewige alte Leier gehört: Sei im Hier und Jetzt, sei im Hier und Jetzt, sei im Hier und JETZT! SEI einfach. Gott IST – kapier' das endlich! Na gut – einige von uns haben es kapiert ... und was dann? Ach



ja, ich vergaß – SEI einfach. Jetzt bin ich wieder dort – ich bin Sein... Alles, was ich zu tun habe, ist, hier zu bleiben, zu ruhen und darauf zu achten, dass ich nicht zu viel denke oder mich um Vergangenheit und Zukunft sorge. Und wenn ich Glück habe, hm, nun, dann könnte ich vielleicht noch ein bisschen mehr im Sein sein. Aber, Moment mal! Das habe ich doch jetzt schon seit Jahren gemacht, wie kommt es dann, dass ein Teil von mir allmählich keine Luft mehr kriegt vor lauter Sein, Sein, Sein? Na klar, dass muss wohl mein Ego sein, das sich mal wieder auflehnt, um mir die Schau zu stehlen. Ruhe im Sein, ruhe im Sein, ruhe im Sein. Nein! He, halt, stopp! Das ist nicht bloß mein Ego, dieser narzisstische selbst (kleines „s”)-versessene Widerling. Es scheint tatsächlich einen anderen Teil von mir zu geben, der hier in dieser Welt ist und nicht nur nach reinem Sein strebt (was wir ja eh' schon alle sind, oder?! Das ist ja der erleuchtete Zustand), sondern danach, zu handeln, SICH GANZ BEWUSST AM PROZESS DES LEBENS ZU BETEILIGEN, aktiv etwas beizutragen. Das ist auch die Wahrheit, nicht wahr?

Am Anfang war Nichts (Sein), dann gab es Etwas (Werden). Und wir sind beides – Sein und Werden, Etwas und Nichts, manifest und unmanifest, Form und Leere, Mensch und Gott. Stimmt's? Das ist doch das vollständige Bild, oder? Ich meine, wäre ein lediglich unmanifestiertes Sein ohne jegliches Tun und Werden, ohne ein manifestiertes Universum, von dem diese verrückte Welt ein Teil ist, nicht ziemlich langweilig? Absolut nichts los ringsumher. Nur im Ungeborenen, im Nirvana zu ruhen wäre doch irgendwie reichlich still. Vielleicht etwas zu still – nur das eigene Selbst, mit dem man reden kann ... doch worüber? Über nichts ... weil nichts geschieht, über das man reden könnte. Aus diesem Grunde wurden wir: um unser eigenes Selbst zu BELEBEN. Wir haben uns deshalb von unserem Allerwertesten erhoben, damit wir uns aktiv an unserem eigenen Werden beteiligen können. Was zu werden? Das ganze Universum! Doch, hoppla. ... dann vergaßen wir, wer wir eigentlich waren, unsere Wurzeln sozusagen. Wir verrannten uns im Werden und vergaßen, dass wir ja schon immer frei, perfekt, ganz und vollkommen sind. Wir sind selbstvergessen in der Show verloren gegangen. Und so begannen wir die Suche nach unserem Selbst – und wir fanden es (nur zur Erinnerung: Sei hier und jetzt), aber nun schienen wir nicht mehr zu wissen, dass wir nie vom Universum getrennt waren, vom Strom der Zeit, vom Werden, von der Welt. Wir sind auch das, ganz und gar. Wir sind all das, und wir sind dennoch auch frei von all dem. Zu viele von uns, die von der Leidenschaft für die Erleuchtung gepackt worden waren (damals in den alten Zeiten), vergaßen, dass wir ebenso sehr die Welt sind wie wir frei von ihr sind. Wir erschaffen die Welt, denn wir sind nicht getrennt vom Schöpfer oder, anders gesagt, vom kreativen Prozess.

Was also bedeutet Erleuchtung für unsere Zeit? Was ist Erleuchtung für das 21. Jahrhundert? Es ist eine evolutionäre Erleuchtung! Sei hier und jetzt? Ja, natürlich, aber auch, TU ETWAS hier und jetzt, do here now. Erkenne dein eigenes, in sich bereits freies, unmanifestiertes Selbst als den Urgrund des Seins, und erkenne gleichzeitig deine eigene Inkarnation als den sich unaufhörlich entfaltenden Körper des sich ständig verändernden Universums – eines Universums, das sich mehr und mehr als Sein und Werden seiner selbst bewusst wird. Was ist Erleuchtung für das 21. Jahrhundert? Die zutiefst bewusste und äußerst leidenschaftliche, egolose Beteiligung am Prozess des Lebens, stets frei von Anhaftung, immer ruhend im Sein.

Und was ist neu an all dem? Nun, genau gesagt, es ist der evolutionäre Teil. Früher drehte sich die Erleuchtung nur um das Im-Moment-Sein, frei von Anhaftung. Gelegentlich wurde uns gesagt, wir sollten die Welt des Tuns mit einschließen, jedoch nur als ein Mittel, um dadurch unsere eigene Befreiung zu erreichen. Evolutionäre Erleuchtung hingegen verlangt die egolose Beteiligung am Prozess des Lebens, um der Evolution des Bewusstseins selbst willen. Wir alle werden gerade jetzt äußerst dringend gebraucht. Wozu? Um wahrhaftig zu erwachen, erleuchtet zu werden, damit wir bewusst, als befreite Seelen, am Lebensprozess mitwirken können. Was ist der Sinn und Zweck unserer Erfahrung als Mensch verkörpert zu sein? Letztlich fähig zu werden, uns selbst von ganzem Herzen dem Lebensprozess – der EVOLUTION – der bewussten Evolution hinzugeben, so dass wir eine wirkliche Veränderung in dieser verrückten, gespaltenen, leidenden Welt bewirken können. Ja, Erleuchtung für das 21. Jahrhundert fordert uns alle auf, uns von ganzem Herzen, das heißt, mit allem, was wir haben, zu beteiligen, zum Wohle aller anderen und für die Verbesserung der Qualität des gesamten Lebens – GENAU JETZT, als befreite Wesen. Ja, wir alle werden dringend gebraucht – von unserem ureigensten Selbst. Mehr als dringend!

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WIE Ausgabe 7:
Unsere Ausgabe zum Thema Evolution


Fünfzehn Milliarden Jahre nach dem Urknall und nur 150 Jahre nach Darwin zieht Was ist Erleuchtung? Bilanz: Hat sich die Erleuchtung verändert? Entwickelt sie sich weiter? Wie sieht die Zukunft Gottes im 21. Jahrhundert aus?



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